Schmerz als Strafe – ein Oxymoron?

Vielleicht habt ihr mich schon vermisst, vielleicht auch nicht aber es müssen erst Erfahrungen gemacht werden, bevor man darüber schreiben kann und die habe ich gemacht.

In meiner bisherigen Vergangenheit war es die Regel, dass Schmerz als Strafe eingesetzt wurde, was wenn ich heute so darüber nachdenke, eigentlich ein Konzept ist, dass zu allem aber nicht zu Unterwürfigkeit führt – jedenfalls bei meiner Person. Mir wurde damit mehr oder weniger bewusst meine innere Göre anerzogen, die frech ist und widerspricht, weil ich eben bestraft werden wollte. Oft mehrmals in einer Session, weil Schmerz eben für mich keine Strafe ist, sondern eher etwas, auf das ich hinarbeite. Er lässt mich fliegen, macht den Kopf frei und ist genau das, was ich in solchen Momenten brauche. Und wenn ich den nicht bekomme, dann rebelliere ich. Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht unbedingt unanstrengend bin für einen Dom, der absoluten Gehorsam fordert aber ich muss auch sagen, dass diese Provokationen oft nicht mal bewusst geschehen. Die Göre in mir schreit nach süßem Schmerz und tut dann alles dafür.

Wie ist aber der Stand heute? Mein Herr hat dieses wohl weit verbreitete Konzept auf den Kopf gestellt und so werde ich mit Lust bestraft, ja das geht, und bekomme Schmerz, wenn ich brav bin. Lust als Strafe kann so unglaublich effektiv sein. Glaubt mir, spätestes, wenn alles überreizt ist und ihr einfach nicht mehr kommen könnt und es trotzdem immer wieder tut, spätestens dann wird man handzahm. Kein Gedanke an Rebellion, die Göre verkriecht sich und plötzlich bettelt man. Ja, richtig gehört, ich die nie bettelt, bettelt bei dieser Art der Bestrafung. Das ist mir bei schmerzhaften „Strafen“ noch nie in dem Ausmaß passiert. Im Gegensatz dazu bekomme ich den Schmerz, den ich mir so oft so wünsche, immer dann, wenn ich artig bin. Und das ist gar nicht so schwer, vermutlich auch, weil wir im Spiel noch ganz am Anfang stehen und unsere Grenzen gegenseitig testen. Und trotzdem bricht die Göre ab und zu aus mir heraus, will mit allen Mitteln provozieren, weil dieser Switch zwischen Schmerz als Strafe und als Belohnung einfach noch nicht verinnerlicht wurde.

Ich wurde dazu erzogen zu rebellieren, wenn ich die Peitsche spüren will und glaubt mir, das kann ganz schön anstrengend sein, wenn man einfach nur fliegen will. Aber ist das nicht eigentlich verrückt? Natürlich kenne ich auch Strafen, die nichts mit Schmerz zu tun haben. Eine Nacht auf dem Teppich zum Beispiel hat früher meine innere Göre immer ganz gut zurückgedrängt aber ich muss sagen, das Konzept meines Herrn gefällt mir doch sehr, auch wenn es schwer fällt, alte Muster abzulegen.

Wir sind noch ganz am Anfang und ich bin nur zu gespannt, was er sich demnächst einfallen lässt. Jetzt könnte man behaupten, dass ich zur Wunschzettelsub geworden bin. Stimmt vielleicht in Teilen. Bei ihm kann ich Wünsche äußern und muss nicht darüber nachdenken, was es bedeuten könnte, einfach weil er mir Sicherheit gibt. Aber jetzt mal ehrlich: Wer sagt denn, dass Wunschzettel etwas Schlechtes sind? Ich habe bei ihm immer das Gefühl nein zu sagen, ganz ohne Angst haben zu müssen, dass ich versagt habe und nur, weil es im „Goldenen Buch des BDSM“ so steht, dass Sub keine Wünsche äußern darf und gefälligst Schmerz als Strafe eingesetzt werden muss, heißt das noch lange nicht, dass das MEIN BDSM ist. Wir alle verändern uns, jede Beziehung hat eine andere Dynamik und warum sollte man etwas nicht machen, nur weil man es eben nicht tut? Das wäre doch wirklich mehr als dumm. Und so werde ich in Zukunft versuchen, die Göre etwas zu bändigen, denn eigentlich brauche ich sie ja nicht mehr.

Advertisements

Einblicke ins Kellnerleben

Wer heute eine heiße Geschichte erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Derjenige möge einen der älteren Posts lesen und sich daran erfreuen. Heute möchte ich mit euch ein paar Erlebnisse und Eindrücke teilen, die ich jetzt in meinen 6 Wochen als Kellnerin erfahren durfte. Und was soll ich sagen? Man lernt viel über die Menschheit, wenn man ihnen Alkohol und Essen bringt.

Ich habe das Gefühl bekommen, dass Gäste Kellner nicht als Menschen wahrnehmen, sondern als Roboter, die man behandeln kann, wie man möchte. Natürlich sind nicht alle so aber gefühlt ist es doch die Mehrheit. Sei es, wenn man telefonisch eine Bestellung aufnimmt und schon bei der höfflichen Verabschiedung das tut-tut-tut des Telefons hört oder am Gast selbst, dem du dich näherst und sie dich ignorieren und munter weiter auf ein Youtube-Video glotzen. Scheinbar werden wir unsichtbar, wenn wir eine Schürze tragen. Natürlich nur so lang, bis irgendetwas nicht passt. Sei es der Wein, der natürlich fast ausgetrunken wird und dann als korkig reklamiert wird oder das Essen nicht schmeckt, obwohl nur eine einzelne Nudel auf dem Teller liegt. In diesem Moment fällt es oft schwer freundlich zu sein aber eins habe ich gelernt, der Kunde ist König, auch wenn er das größte Arschloch des Universums ist und einen mit Bierdeckeln bewirft. Schlechtes Benehmen beantworte ich mit absoluter übertriebener Höfflichkeit.

Vor kurzen hatten wir einen Kegelverein da, ca. 30 Personen, die nach und nach eintrudelten. Und ich gebe zu, dass ich einen von ihnen kurz übersehen habe. Seine Reaktion als ich ihn nach 15 Minuten nach seinem Getränkewunsch fragte, war Geschrei, die Drohung, dass er für meine Kündigung sorgen würde und natürlich ein sexistischer Spruch. Natürlich wurde ich nicht gekündigt aber in solchen Momenten frage ich mich, warum Mensch so reagiert. Natürlich kann man seinen Unmut äußern aber muss man dabei seine Kinderstube vergessen? Auch Servicepersonal sind nur Menschen, die auch mal einen Fehler machen und jetzt mal ehrlich, wer von euch hat noch nie im Job einen Fehler gemacht? Man sollte meinen, nach einer oder drei höflichen Entschuldigungen wäre das gegessen aber weit gefehlt. Natürlich wird der gesamte Tisch dazu animiert, ja kein Trinkgeld zu geben.

Ich möchte hier nicht jammern aber viele Kellner verdienen nicht die Welt und ohne das Trinkgeld sieht es knapp aus. Aber ich habe gelernt, dass die 5-10%, die immer wieder herumgeistern, doch eher eine Ausnahme sind. Oftmals bekommt man nicht mal die 10 Cent, die zum Aufrunden fehlen würden und das obwohl der Gast nichts beanstanden hat. Das lässt einen Zweifeln. Bin ich wirklich so wenig wert? Und dann sind da die Gäste, die selbst wenig haben und für die Essengehen ein Highlight ist. Die ein großartiges Trinkgeld geben und sich oftmals mehrmals bedanken. Das sind die, für die ich diesen Job nur zu gerne mache. Und es egal erscheint, dass man seit 12 Stunden am Arbeiten ist. Und bevor ihr mit Arbeitsrecht kommt… Ich sage nichts dazu und lache leise vor mich hin.

Natürlich gibt es Methoden, um das Trinkgeld aufzubessern. Roter Lippenstift, ein Knopf der Bluse mehr geöffnet, als es sein müsste und natürlich auch hin und wieder ein harmloser Flirt aber die Grenze zu ziehen, ist schwierig, besonders wenn später mehr Alkohol im Spiel ist.

Fragt mich ein Gast nach meiner Handynummer, bekommt er mit einem Lächeln einen Flyer des Lokals, mit dem Kommentar, dass ich so viel arbeite, dass ich dort besser zu erreichen bin. Meist endet das in einem Lachen. Schwieriger wird es dann mit Berührungen. Zurückweisungen mindern das Trinkgeld. Ein Arm, um die Hüfte gelegt, wird oft toleriert, je nach Alkoholpegel, während andere Bereiche tabu sind und ich dann, verzeiht den Ausdruck, lieber auf das Trinkgeld scheiße. Nur weil ich im Service arbeite, muss ich euch nicht jeden Wunsch erfülle. Besonders wenn er nicht auf der Karte steht!

Oftmals lächle ich unangenehme Situationen weg. Der Opa, der mich mit seinem Sohn verkuppeln will, der andere alte Mann, der zu jedem Bier auch einen Schmatzer bestellt, auch das ist Alltag. Ein lockerer Spruch hilft da oft aber manche Situationen überfordern. Auch Fragen, ob man mich als Dessert haben kann, sind unangehm.

Warum ich euch das alles erzähle? Damit ihr vielleicht ein bisschen versteht, warum es auch dem Service manchmal schwer fällt zu lächeln. Ich liebe meinen Job, er macht mir jede Menge Spaß, trotz all dieser Umstände aber was mich wirklich nervt, ist dass wir als hirnlose Tellerträger wahrgenommen werden. Kellnern ist mehr als Gläser und Teller tragen. Wir haben die Karte im Kopf, improvisieren, wenn ein Gast Sonderwünsche hat, mixen Cocktails (auch ohne Rezept), können Servietten auf x-verschieden Arten falten, machen den Einkauf, kontrollieren die Küche, organsieren große Feste, schleppen auch mal Getränkefässer rum und vor allem, versuchen wir euch glücklich zu machen. Aber wir sind nur Menschen. Auch uns passieren Fehler und Missgeschicke. Seid nett und höflich, so wie ihr es vielleicht zuhause gelernt habt, gebt Trinkgeld, wenn ihr zufrieden seid, auch wenn ihr mit Karte zahlt und versucht eure Hände bei euch zu halten. Wir alle sind Menschen mit Gefühlen. Es wäre schön, wenn ihr das beim nächsten Essen bedenkt und uns vielleicht auch mal ein Lächeln schenkt, auch wenn wir vielleicht wie Pinguine aussehen.

Die Sache mit S.

Ich weiß, mein Leben ist zur Zeit für viele wohl verwirrend. Gerade die Sache mit S. und meiner neuen Beziehung bekommen wohl einige nicht unter einen Hut. Ich werde mal versuchen, etwas Klarheit zu schaffen.

Wie ihr wisst, ist S. mein wohl älterester Freund mit dem ich auch einige Zeit das Bett geteilt habe. Wir lieben uns aber eben auf einer eher freundschaftlichen Basis und so war auch von Anfang an klar, sollte bei einem von uns die Liebe anklopfen, würden wir unseres Arragement lösen und zur „einfachen“ Freundschaft zurückkehren. Und so geschah es aus, früher als erwartet aber wer kann sowas schon planen? In der Öffentlichkeit traten wir allerdings als Paar auf. Zum Einen weil ich dadurch den ständigen Verkupplungsversuchen meiner Mutter entging, zum anderen war es einfach für die Außenwirkung besser, wenn er eine Frau an seiner Seite präsentieren konnte. Das mag berechnend sein aber ich sehe darin nichts verwerfliches, so lang alle Beteiligten wissen, woran sie sind.

S. wusste bereits vor dem Wochenende mit J., dass sich da etwas entwickelt hatte und so ließ er mir die Wahl, ob ich seine Kette tragen würde oder eben nicht. Ich entschied mich dagegen. Ich wollte und musste herausfinden, was das zwischen J. und mir ist und die Kette eines anderen Mannes hätte das vielleicht erschwert.

Nach dem Wochenende hatte ich Klarheit und was für eine. Ich bin J. verfallen, mit Haut und Haaren, Seele und Herz. Er ließ es mir offen, ob ich dass zwischen mir und S. weiterlaufen lassen wollte aber es wäre keinem Beteiligten gegenüber fair gewesen, hätte S. mit mir gespielt und meine Gedanken und mein Herz wären bei J. gewesen. Und so stand ich kurz darauf extrem nervös, mit seiner Kette in der Hand vor seiner Tür. Ich hatte mich die 4 Tage über nicht gemeldet und ich bin mir heute sehr sicher, dass er wusste, was kommen würde und trotzdem drückte er mich gegen die Tür. Ich tauchte unter seinen Armen hindurch und stand zugegeben etwas verschüchtert vor ihm, die Hand mit der Kette ihm entgegengestreckt.

Doch statt sie zu nehmen, schloss er mit seiner Hand meine und grinste mich an. „Ich wusste, dass das so kommt. Und nein, die Kette nehme ich nicht. Sie gehört dir und vielleicht willst du sie ja ab und an tragen, ganz ohne Besitzansprüche meinerseits dir gegenüber. Das Wochenende war also gut?“

Er holte uns 2 Whiskys nahm neben mir auf der Couch Platz und wir redeten lang und ausführlich. Wobei… Ich redete und er hörte zu. Und mit jeder Minute wuchs sein Grinsen. Er freute sich wirklich aufrichtig für mich. Als ich mich verabschieden wollte, wurde ich dann doch noch in einen fast schon brutalen Kuss gezogen, mit der Begründung, dass sich das so gehöre. Und es war okay. Wir waren wieder auf dem Stand von meiner Nichtgenugliebeserklärung.

Kurz darauf begleitete er mich auf einen Familiengeburtstag. Und ja, das tat er als Partner. Ich kann noch nicht offenbaren, dass es einen neuen großartigen Mann an meiner Seite gibt. Meine Familie würde mich in Stücke reißen und so kam es wie es kommen musste und wir wurden gefragt, wann wir denn heiraten wollen würden. Ich verschluckte mich fast an meinem Stück Kuchen, während S. einsprang. „Wenn sie mit 35 noch nicht unter der Haube ist, werde ich sie höchstpersönlich an die Leine nehmen und zum Altar zerren.“ Er nannte keine Namen und meinte auch sich nicht damit aber die Familie war erstmal beruhigt. Und wenn ich so drüber nachdenke, stelle ich mir das ziemlich lustig vor, wenn ich an einer Leine zum Altar geleitet werde. Die halbe Verwandtschaft würde wohl an einem Herzinfarkt krepieren. Aber sie haben es wohl nicht so wörtlich interpretiert wie ich.

Meine Probezeit im Job wurde nicht verlängert und so besorgte mir S. ein Bewerbungsgespräch. Nichtsahnend kam ich in ein Büro eines Restaurants und wer saß mir gegenüber? Der Typ vom Pokerspiel. Und so begann mein Bewerbungsgespräch mit einem „Oh Fuck! Ernsthaft?!“ und auch wenn man es nicht glauben will, es verlief dann doch recht professionell und es wurde auch betont, dass Ben keine sexuellen Beziehungen zu Angestellten pflegt und ich mir deshalb keinen Kopf machen sollte. Das Probearbeiten verlief gut und ich habe den Job bereits angetreten und es ist eigentlich ganz angenehm. Natürlich wusch ich S. nach dem Bewerbungsgespräch den Kopf. Mir diese Tatsache zu verschweigen, war mies. Auch wenn ehrlicherweise die Gefahr bestanden hatte, dass ich mit diesem Wissen nicht hingegangen wäre. Er war einsichtig und erschien mir plötzlich sehr klein und dafür spielt er einen Monat mein Taxi. Ich finde, das ist ein guter Deal.

Was mir das alles gezeigt hat? Die Freundschaft gibt es noch. Und ist wieder so wie früher. Man weiß eben jetzt, wie der andere nackt aussieht aber mal ehrlich, was ändert das schon? Er ist mir immer noch unglaublich wichtig und ich würde für ihn durch’s Feuer gehen und er für mich aber er akzeptiert völlig, dass ich nicht mehr zu ihm gehöre. Und ich hoffe wirklich, dass seine Miss Perfect irgendwann noch durch die Tür gestolpert kommt.

Ein perfektes Wochenende.

Am 19.1. war es endlich so weit. Alles begann mit einem Kuss. Wobei, das ist nicht ganz richtig. Es begann eigentlich damit, dass wir uns seit Jahren auf Twitter folgten, ohne großen Kontakt. Es folgte eine DM, die erste Nachricht bei WhatsApp, die erste Sprachnachricht von vielen und jeder Menge Kopfkino. Irgendwie hatte es dieser Mann still und leise geschafft, sich in meinen Kopf und vor allem in mein Herz zu schleichen. Er war es, von dem ich meinen ersten handgeschriebenen Brief von einem Mann bekam. Ich halte mich nicht für romantisch und der Inhalt des Briefes war es auch nur zu kleinen Teilen und trotzdem kann ich mittlerweile den Text fast auswendig. Er war die Einladung zu diesem Wochenende. Einem Wochenende, das mir die Worte, den Atem und vor allem mein Herz raubten.

Und so kam es, dass ich um 5 Uhr morgens im Badezimmer stand, überlegte, was ich nur tragen sollte und so nervös wie lange nicht mehr war. Innerlich meckerte ich mich an, dass es doch naiv und dumm wäre. Und doch saß ich kurz darauf in einem Fernbus, in ein Bundesland, was ich sonst wohl eher gemieden hätte. Die Fahrt war alles andere als schön, war ich doch einfach zu nervös, um irgendetwas zu tun. Versuche ein Buch zu lesen scheiterten, als ich feststellte, dass ich bereits zum 20. Mal den gleichen Satz las, ohne den Inhalt zu erfassen und auch Musik konnte mich nicht ablenken. Als ich in der Stadt angekommen war, löste ich ein Ticket und stieg in die nächste Bahn… zu ihm. Meine Planlosigkeit schlug voll zu und so kam es, dass ich dem Schaffner meine Krankenkassenkarte zeigte, statt des Tickets. Er interpretierte es natürlich fehl und begann mich als Schwarzfahrer aufzuschreiben, bis ich endlich meinen Fehler bemerkte aber meine Gedanken waren einfach nicht fokussiert. Hatte er doch angekündigt, mich zu küssen, wenn ich aus der Bahn stieg. Was, wenn der Zauber des Internets verpuffte und wir uns nicht mochten? Was, wenn ich nicht attraktiv genug war? Was, wenn er nicht da wäre? Als schließlich die Haltestelle aufgerufen wurde, zitterte ich gefühlt am ganzen Körper. Ob es wirklich so war, wird euch J. besser sagen können.

Und dann kam er auf mich zu und es war einfach perfekt. Der erste Kuss und mein Gott, hat dieser Mann zarte Lippen. Für einen Augenblick blieb für mich die Zeit stehen. Die Zweifel waren verschwunden. Und so fuhren wir zu ihm. Er zeigte mir seine Wohnung und wir beendeten den Rundgang in der Küche, wo ich zu spüren bekommen sollte, wie sich so ein Kühlschrank im Rücken anfühlte. Und wieder küsste er mich, presste sich an mich. Irgendetwas fiel vom Kühlschrank herab und wir brachen in Gelächter aus. Kurz darauf wieder seine Lippen auf meinen. Ich glaube, in diesem Moment habe ich vergessen wie man atmet. Seine Finger stahlen sich unter meinen Pulli und die kleinste Berührung verursachte eine Gänsehaut am ganzen Körper. Ein erster  sanfter Biss in den Hals, als mein BH nach oben geschoben wurde und er zum ersten Mal meine Brüste berührte. Und dann… klingelte es an der Tür.

Er hatte noch 2 Twitter-Menschen eingeladen, auf die wir beide uns sehr freuten aber im ersten Moment verfluchte ich die Türklingel doch sehr. Er öffnete die Tür, während ich mich in der Küche wieder einigermaßen richtete. Ob mir das gelang, können wohl nur die anderen beurteilen. Und so stellten wir uns einander vor, ist die Realität doch etwas Anderes, als das Internet und doch, würde ich behaupten, verstanden wir uns von Anfang an gut. Es wurde geredet, gelacht, lecker gegessen und weiter geredet bis in die Nacht. Berührte J. mich am Anfang eher „zufällig“ oder wenn die anderen Gäste außer Sichtweite waren, änderte sich das im Laufe des Abends recht schnell. Seine Hand auf meinem Bein, ganz züchtig und brav, ein kurzes Streichen über die Schultern, wenn er vorbeiging. Irgendwann stellte sich die Müdigkeit ein und so bezogen die zwei ihr Nachtlager auf der Couch, während ich J. in sein Reich, sein Schlafzimmer, folgte.

Dass ich in seinem Bett schlafen würde, stand schon vor unserem ersten Kuss fest. Er hatte es bestimmt und duldete in der Hinsicht auch keinen Widerspruch und ich wäre eine Närrin gewesen, hätte ich etwas dagegen gehabt. Und so stand ich da. Mitten in seinem Schlafzimmer und fühlte wie meine Schüchternheit langsam hochstieg. Er küsste mich. Erst sanft, dann immer wilder. Und auch meine innere Göre meldete sich wieder einmal zu Wort und wollte mitreden. Und so biss ich ihn immer mal wieder in die Unterlippe, um zu provozieren. Es war mir nicht mal bewusst, dass ich es tat und doch bereue ich nicht einen blauen Fleck, nicht einen Kratzer, den er von mir bekommen hat. Seine Bisse wanderten tiefer zu meinem Nacken und was soll ich sagen, diese Körperstelle, ist definitiv mein Kryptonit. Es folgten Umarmungen, die mir die Luft nahmen und ich verlor meinen Pullover und den BH fast zeitgleich. Seine Bisse verlagerten sich zu meinen Brüsten und auch er verlor sein Oberteil. Endlich mehr Haut spüren. Die Wärme, den Duft… Irgendwie bugsierte er mich vor den Spiegel am Schrank und auch meine Lederhose samt Unterwäsche fiel. Und während ich uns so betrachtete, schoß mir der Gedanke durch den Kopf, dass wir doch ein ganzes hübsches Paar wären und aus irgendeinem Grund erschrak ich nicht mehr bei dem Gedanken. Gut, dass könnte auch daran liegen, dass seine Hand in diesem Moment das erste Mal auf meinen Arsch traf und ich von der Intensität überrascht war. Seine Hand wanderte in meine Scham und in mir kam der Gedanke auf, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, ihn mehrere Tage zuvor immer wieder damit zu provozieren, dass ich oft kommen kann und er mich nicht zum Betteln bringen würde. Er hat es an diesem Wochenende tatsächlich geschafft. An viel Schlaf war natürlich nicht zu denken und doch schliefen wir irgendwann, viel zu spät, ich bereits überreizt, küssend und kuschelnd ein. Und ich schlief wirklich in seinen Armen. Ich betone das so, weil ich normalerweise diese Nähe nicht ertrage und wenn der Mann endlich schlummert von ihm abrücke aber ich fühlte mich so sicher und geborgen und ich schlief so gut, wie lange nicht mehr. In meinen Gedanken hallten seine Worte nach. „An diesem Wochenende bist du mein.“ Und hoffte bereits da, dass es nicht bei diesem Wochenende bleiben würde.

Am Morgen wurde ich mit Kaffee versorgt und war ihm dafür mehr als dankbar. Seine Dusche wurde eingeweiht und für Weltklasse befunden. Im Laufe des frühen Nachmittags stieß ein weiterer Internetmensch und guter Freund von J. zu uns. Natürlich genau passend, als der Kuchen aus dem Ofen kam, welcher zuvor so lecker roch, dass ich mich vor den Ofen setze. Wir aßen den Kuchen, der eigentlich als Dessert gedacht war und unterhielten uns wieder über Gott und die Welt. Irgendwann fand ich mich in der Küche wieder und half ihm dabei für den Abend das Menü vorzubereiten und auch dort harmonierten wir wieder perfekt. Ich schnippelte, er briet an, wir redeten, lachten und küssten uns, während die anderen Gäste im Nachbarraum sich unterhielten. Später gab es dann die zwei weiteren Gänge, die so lecker waren, dass ich am liebsten darin gebadet hätte.

Der neue Gast hatte allerlei Bastelutensilien dabei und so kam es, dass wir uns ins Wohnzimmer begaben. Die Subs, wie es sich gehört, ob geplant oder nicht, auf dem Boden. J. hinter mir im Schaukelstuhl, während der Bastler seinen Platz im Bürostuhl mir gegenüber bezog. Durfte ich bereits am Morgen Bekanntschaft mit seiner gebastelten Stacheldrahtlederpeitsche machen, die wohl kaum so extrem wie echter Stacheldraht ist aber dennoch lange und intensiv zieht, obwohl sie eher wenig Spuren hinterlässt, bastelte er nun an einem weiteren Folterinstrument, welches für J.s Arsenal bestimmt war. Und so kamen von hinter mir immer wieder ein paar Vorschläge zur Farbgestaltung und Ähnlichem, während er mir die Schulter massierte, mich biss oder küsste und mich damit in den Wahnsinn trieb. Die Peitsche wurde aus Paracord gefertigt, welches ich eher bei der Verwendung als Armband und Schlüsselanhänger kannte, und als Schwunggewicht wurden die vorderen Enden verknotet. Ich muss gestehen, habe ich dieses Spielzeug doch eher belächelt, wurde ich später im Schlafzimmer eines besseren belehrt. Sie zieht höllisch und hinterlässt wunderschöne Spuren auf der Haut.

Weiter ging es mit der Konstruktion einer Gerte, wobei man es wohl auch als Schlagstock titulieren könnte… J. entschied sich für eine 5mm dicke Federstahlmitte und rings herum Paracord. Und so saß mir der Bastler gegenüber und grinste mich immer mal wieder sadistisch an, während er je weiter er kam, immer mal wieder das Instrument an seinem Bein testete und mich dabei genau im Blick behielt. Ich wurde immer hibbeliger und konnte irgendwie den Anblick kaum ertragen aber wegschauen konnte ich auch nicht. Die Berührungen von J. machten es nicht besser. Eher im Gegenteil. Die anderen Gäste bastelten in der Zwischenzeit ihre eigenen Exemplare und es wurde wieder über viel geredet – aber über was? Ich habe keine Ahnung. War ich doch zu sehr auf dieses Folterinstrument fixiert. Ich weiß noch, dass ein paar Mal vor allem bei den Herren gelacht wurde, wegen meines Blicks. Und auch an diesem Abend wurde es spät. Die Gerte wurde fertig gebastelt und übergeben und es wurde sich schließlich zurückgezogen und was soll ich sagen? Ich bin wirklich, wirklich, wirklich froh, dass ich mit diesem Ding keine Bekanntschaft gemacht habe. Ja, ich bin masochistisch veranlagt aber das? Das wäre zu viel gewesen.

Aber trotzdem kam mein Masochismus nicht zu kurz. Er folterte mich mit meiner Lust. Immer und immer wieder brachte er mich zum Kommen. Ich weiß nicht wie oft – aber dachte ich bereits am Morgen, ich wäre überreizt, so war das erst der Anfang. Und ich kam und kam und kam. Unzählige Male. Immer und immer und immer wieder. Er spielte mit meiner Lust und brachte mich zum Beben und Zittern. Hatte ich es immer in diversen Filmen für absolut übertrieben gehalten, wenn die Frau ihren Körper nicht mehr unter Kontrolle hatte und nur noch zuckte und zitterte, spürte ich es nun am eigenen Leib. Und es gefiel mir. Scheinbar nicht nur mir, denn er machte immer weiter.

Irgendwann war es erstmals genug mit den Orgasmen – verrückt, ich weiß. Und er wechselte zu den Peitschen über. Jeweils fünf Schläge mit der einen und dann fünf mit der anderen. Zuerst meine Brüste, dann mein Arsch und schließlich eine weitere Premiere für mich: der obere Rücken und das ist wirklich eine andere Liga. Verständlich, ist er doch nicht so gut gepolstert. Er schlug mich, bis bei mir die Tränen flossen und es tat so unglaublich gut. Er sagte mir, dass die letzten Schläge ihn Überwindung gekostet hätten und das sie sein Geschenk für mich wären. Er nahm mich einfach in den Arm, hielt mich fest und sagte, dass er für mich da ist. In diesem Moment war mir bewusst, dass er meine Schutzmauern zu Schutt und Asche verwandelt hatten und es war ein wunderschönes Gefühl, sich so geborgen, sicher und ja, geliebt zu fühlen.

Der Sonntag begann für uns erst gegen Mittag. Und ich muss sagen, sein Bett ist einfach magisch. Es zu verlassen war wirklich, wirklich, wirklich schwer und doch musste es sein. Eigentlich sollte ich es ja vorerst das letzte Mal verlassen, da mein Bus am späten Abend fuhr. Die Stimmung war wieder ausgelassen. Ich bekam mein Menschlichkeitsserum namens Kaffee und so kam es, dass wir wieder über alles und nichts sprachen. Im Stillen fragte ich mich ja, ob die anderen Gäste wohl in der Nacht meine Schreie gehört hatten… Wobei ich war mir eigentlich sicher, dass dem so war. Zu sehr zog die Peitsche, zu intensiv war das alles. Am Nachmittag verabschiedeten sich die anderen Gäste und so landeten wir wieder mal im Bett. Und dort machte ich auch das erste mal mit dem Satisfyer Bekanntschaft, welchen er mir schenkte. Hielt ich ihn anfangs für ein völlig überbewertetes Spielzeug mit einer schlauen Marketingstrategie, wurde ich schnell eines besseren belehrt. Falls ihr noch keinen zuhause habt, legt euch einen zu. Er ist grandios! Und nicht nur für die Klitoris ist er gut, er fühlt sich auch an Nippeln sehr gut an. An diesem Tag leckte er mich auch das erste Mal und erschütterte mein Weltbild. Bei den Typen, die ich vorher hatte, war es eher ein unerotisches Geschlabber, was mich eher dazu animierte gedanklich den Einkaufszettel durchzugehen, war es bei ihm völlig anders. Und ich kam wieder. Dieser Mann kann wirklich mit seiner Zunge umgehen. Ich würde ja sagen, probiert es aus aber…

Nach weiteren zahllosen Orgasmen, mehr für mich als für ihn, wobei er wirklich, wirklich, wirklich fantastisch schmeckt, ganz ohne Ananassaft und andere Tricksereien, fragte er mich, was denn wäre, wenn ich den Bus „verpassen“ würde. Ich hatte so auf diese Frage gehofft und so buchte ich schnell um für den nächsten Morgen, telefonierte kurz mit meiner Mutter, die sich für den nächsten Tag eigentlich zum Mittagessen angemeldet hatte und informierte sie, dass Wetterchaos sei und ich vernünftigerweise eine weitere Nacht auf seiner Couch nächtigen würde. Tja, da hat der Wettergott wohl zu gut zugehört. Und auch diese Nacht, sie war sehr kurz, da wir sie neben-, mit- und ineinander verbracht haben, schlief ich wohlbehütet und geliebt in seinen Armen ein.

Am nächsten Morgen standen wir früh auf, ich packte meine Sachen, sprang unter die Dusche und bekam wieder mal meinen Kaffee. Kurz darauf saßen wir in seinem Auto auf dem Weg zum Bahnhof. Meine Stimmung war mies. Ich wollte nicht weg. Auf gar keinen Fall. Es hatte geschneit und die Straßen waren zum Teil eher mies geräumt. Das Autoradio verkündete, dass auf meiner Busstrecke sich bereits jetzt mehrere Stunden Stau gebildet hatten und auch der Weg zum Bahnhof wäre knapp geworden und so entschloss J., dass sich mein Aufenthalt um einen weiteren Tag verlängern würde. Innerlich notierte ich mir, dass ich dem Wettergott etwas schuldig bin und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Also zurück zu ihm, den Koffer wieder ins Schlafzimmer gebracht und wieder ab ins Bett. Wir schliefen tatsächlich noch ein paar Stunden und natürlich schliefen wir nicht nur im Bett aber das war euch sicherlich schon klar. Abends lernte ich dank ihm den weltbesten Döner kennen, wir spielten eine Runde Pokémon und danach saßen wir einfach kuschelnd auf der Couch, während wir ein Livekonzert einer mir bisher unbekannten Band schauten, die mich aber begeisterte. Und natürlich gingen wir recht früh ins Bett. Waren die Spuren auf meiner Haut doch leicht unsymmetrisch, so dass dies noch geändert werden musste. Doch vorher spielte er wieder mal mit meiner Lust. Ich weiß nicht, wie oft ich in diesen 4 Tagen kam aber ich schätze, wir sind definitiv schon im dreistelligen Bereich. Es hatte seine Gründe, warum mir das Sitzen die nächsten Tage schwer fiel und die Schläge hatten daran nur eine sehr geringe Mitschuld. Und doch bereitete er mir, zu meiner großen Freude, an diesem Abend Schmerzen. Ich bekam im Wechsel fünf Schläge mit der Paracord-, dann mit der Stacheldrahtlederpeitsche. Besonders der Rücken war wieder sehr heftig, obwohl ich weiß, dass ich eigentlich viel mehr aushalten kann aber in Kombination mit Gefühlen ist wohl das Schmerzempfinden ein Anderes. Und so kam es, dass ich mich nach einem besonders heftigen Schlag auf den Rücken drehte, weil ich in diesem kurzen Moment nicht mehr konnte aber nicht bereit war unser Safeword zu nutzen. Er forderte mich zweimal auf mich wieder umzudrehen. Sein Blick, seine Stimme, seine Ausstrahlung. Alles in mir schrie, ihm zu gehorchen und da war sie wieder. Die Göre, die provozieren wollte und so änderte er kurzerhand die Schlagintervalle auf Zehn Schläge. Zehn Schläge, die er jeweils durchzog und ich danach bestimmen konnte, ob er weitermachen sollte oder nicht. Natürlich hätte ich jederzeit mein Safeword gebrauchen können aber ich wollte und musste nicht. Und auch an diesem Abend flossen die Tränen. Heftiger als beim letzten Mal. Die letzten Dämme brachen, das letzte bisschen Scheu verschwand, als er mich aufforderte ihn anzusehen und es mich keine Überwindung kostete dem Nachzukommen, obwohl ich wohl eher nicht wirklich hübsch war in diesem Moment. Eine weitere Nacht voller Liebe, Zuneigung und Nähe verbrachte ich in seinen Armen und so nahte das Ende dieses perfekten „Wochenendes“ viel zu früh. Ich überwand mich am Morgen, ihn eigentlich eine viel zu kindische Frage zu stellen, ob ich vielleicht einen getragenes Shirt von ihm mitnehmen könne und meine innere Göre musste unbedingt auch noch nach einem Hoodie fragen. Und ich bekam Beides und strahlte wie ein grenzdebiler Teenager.

Das Spiel vom Vortag wiederholte sich: Koffer packen, fertig machen, Kaffee und ab ins Auto zum Bahnhof. Nur passierte es dieses Mal wirklich. Am Bahnhof weinte ich wieder, obwohl ich mich verfluchte, wollte ich es doch nicht noch schwerer für uns machen aber ich konnte nicht anders. Der vorerst letzte Kuss war wieder einmal perfekt und tat doch unendlich weh. Das Datum des nächsten Treffen ungewiss, zwei Herzen, die sich perfekt verstanden und gefühlt unendliche Kilometer, die uns trennen würden. Ich stieg in die Bahn und hatte bei jeder Haltestelle das Bedürfnis auszusteigen, irgendwie zu ihm zu finden und mich in seine Arme zu werfen aber die Vernunft ist noch vorhanden, jedenfalls ein winziges Fünkchen davon und so bekam ich vom Busfahrer schließlich eine Süßigkeit, um mich aufzumuntern. Scheinbar muss ich wirklich grauenhaft ausgesehen haben aber so fühlte ich mich auch. Es fühlte sich nicht richtig an, in diesem Bus zu sitzen und doch musste es sein. Die Fahrt war lang und das Sitzen fiel mir schwer aber es zauberte immer mal wieder ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich mich daran erinnerte, wie es dazu gekommen war, wie sich seine Lippen auf meinen angefühlt hatten, wie warm und weich seine Haut war und was sein erstes „Ich liebe dich“ in mir ausgelöst hatten. Und so laufe ich noch immer die meiste Zeit strahlend vor Glück durch den allzu grauen Alltag. Er hat das geschafft, an das ich selbst nicht mehr geglaubt habe: Ich dachte, diese Art von Gefühlen würden mir durch meine Schutzmauern, die ich aus gutem Grund errichtet hatte, verwehrt bleiben. Und doch fühle ich so viel, so intensiv. Einfach Liebe. Es ist fantastisch. Besser als jeder Trip je sein könnte und auch um einiges gesünder. Ich bin gespannt, was die Zukunft uns bringt und wie es mit uns weitergeht. Aber bei Einem bin ich mir sicher: Ich habe mich noch nie so beschützt, wohl und geliebt gefühlt und dafür lasse ich nur zu gern meine Schutzmauern sprengen.

Er tut mir einfach unglaublich gut, bringt mich zum Lächeln und verleiht mir Stärke. In letzter Zeit, war viel los. Und ich glaube, wäre er nicht an meiner Seite, würde ich wohl gerade kaum lächeln. Er ist für mich pures Glück, dass ich nur zu gern festhalten werde. Jedes „Kleines“ löst einen Gefühlssturm in mir aus inklusive Dauer-Grinsen. Und auch wenn ich jeden einzelnen Kilometer verfluche, so bin ich doch unendlich dankbar für diesen Mann. Wir werden es schaffen, da habe ich keine Zweifel.

Spielt (nicht) mit uns…

Ich weiß, die, die mich auf Twitter verfolgen erwarten einen anderen Beitrag und der wird bald kommen. Versprochen aber ich muss etwas loswerden und vermutlich rollen viele gleich genervt die Augen.

Aber ich möchte an die Doms der Schöpfung appellieren. Ja, ihr sollt mit uns spielen. Mit unserer Lust, unseren Ängsten und Grenzen aber bitte, bitte nicht mit unseren Gefühlen. Versprecht niemanden etwas, was ihr nicht geben könnt. Ist eine Sub auf der Suche nach einem Dom für eine monogame Beziehung ohne 24/7, dann vertieft das nur, wenn ihr das auch wollt. Sprecht offen an, was ihr wollt und euch vorstellt. Es gibt für jedes Lebens- und Liebemodell die richtige Partnerin, ob Spielbeziehung, Freundschaft mit Sessions, Polygamie und -amorie oder weiß der Teufel was. Aber kommuniziert es. Von Anfang an.

Flüstert uns keine Visionen von einer Zukunft, wie wir sie uns vorstellen, ins Ohr, nur um uns mal bespielen zu können. Das tut uns nicht gut ganz und gar nicht.

Ich werde mich jetzt wieder um meine Schwester kümmern, die wie Falschgeld rumläuft, weil ihr genau das passiert ist. 2 tolle Dates und dann das erste Spielgeld und dann? BÄM! Ich bin übrigens verheiratet. Mich gibt es nur mit meiner Frau. Versteht mich nicht falsch, ich verurteile dieses Lebenskonzept nicht aber es passt eben nicht für jeden Menschen und es ist nur fair mit offenen Karten zu spielen. Ich habe ein schlechtes Gefühl, meiner Schwester die SZ gezeigt zu haben und sie trotz meines schlechten Bauchgefühls bei diesem Date begleitet habe, gesehen habe wie sie Gefühle entwickelt aber sie hat so gestrahlt und jetzt? Ich hätte es besser wissen müssen. Schließlich habe ich mehr Erfahrung und weiß, wie viele Blender unterwegs sind.

Jetzt ist diese starke Löwin, die mehr Kämpfe gewonnen hat, als man sich vorstellen kann, im Bett und leckt sich ihre Wunden. Ihr müsst uns keine Geschenke machen. Seid einfach bitte ehrlich zu uns. Denn gerade im BDSM-Bereich ist Ehrlichkeit, Vertrauen und Kommunikation so essentiell.

Ich würde ihr so gern von meinem Wochenende berichten aber ich würde sie verletzen und auch wenn sie gerade verbal um sich schlägt, werde ich das nicht tun. Ich würde nicht anders handeln. Es braucht Zeit soetwas zu verdauen und ich hoffe wirklich, dass sie sich wieder auf die Suche begibt. Gerade sie, die ihre Leidenschaft Jahrzehnte unterdrückt hat und nur durch meinen Anstoß den Mut fand, sich wieder damit zu beschäftigen.

Ich bin versucht mich nach Wochen wieder einzuloggen und diesem „Herren“ die Leviten zu lesen. Denn mich darf man verletzen, damit kann ich umgehen aber meine Lieben? Oh nein! Und glaubt mir, mich will man nicht als Feind haben.

Spielt mit uns. Macht uns glücklich, bringt uns zum Schreien, Weinen, Fliegen und Strahlen aber spielt nicht mit unserer Liebe, denn sie ist das größte Geschenk, die man jemanden machen kann.

Over and out.

Mein Feuerwerk

Es begann damit, dass S. mir schrieb, dass wir Silvester zu einer Party gehen würden 150km entfernt. Ich dachte mir nichts dabei, wunderte mich aber. Später kam ich wieder eine Nachricht.

„So eine ganz normale Party wird das ja morgen nicht. Jedenfalls wirst du danach nicht betrunken sein. Aber eine wirkliche Playparty ist es auch nicht. Du entscheidest, ob du morgen deine Halskette oder das Halsband trägst.“

Ich versuchte natürlich mehr herauszufinden, konnte ich mir unter einer nicht normalen – nicht Playparty nicht viel vorstellen und das half nicht bei der Entscheidung, was ich nun um den Hals tragen würde. Aber er blieb natürlich eisern. Kein Wort kam über seine Lippen.

Später am Abend eine weitere Nachricht. „Morgen 15 Uhr bei mir. Egal wie du dich entscheidest, es ist gut so, wie es sein wird. Hör auf zu denken.“

Auch das war nicht wirklich eine Hilfe, zeigte mir aber wieder mal, wie gut er mich doch kennt. Im Inneren war mir bereits klar, dass ich es riskieren würde und das erste Mal öffentlich sein wunderschönes Halsband tragen würde, auch wenn mir bei dem Gedanken daran doch etwas flau im Magen wurde. Auf Twitter kamen Vermutungen auf. Vom Kostümparty bis Gangbang war alles dabei und was soll ich sagen? Wirklich beruhigend fand ich das nicht. Ja, es sind viele Dinge in meinem Kopfkino aber für manches bin ich einfach noch nicht bereit.

Um mich abzulenken stand ich am Silvestermorgen wieder in der Küche und bereitete allerlei Köstlichkeiten zu. Meine Form der Ablenkung. Gegen 13 Uhr wurde ich von meiner Mutter zum Mittagessen abgeholt aber so wirklich viel bekam ich von der Forelle nicht herunter, war ich doch zu nervös. Glücklicherweise konnte ich das zumindest bei ihr sehr gut überspielen. Später machte ich mich auf den Weg nach oben zu S. und plötzlich wackelte meine Entscheidung, ob Halsband  oder nicht.

Die Tür öffnete sich und S. zog mich in einen tiefen, besitzergreifenden Kuss und die Zweifel waren wieder mal wie weggeblasen. Mir würde nichts passieren bei ihm. Niemals. Er schickte mich unter die Dusche und als ich ins Schlafzimmer kam, lag wie so oft ein Outfit auf seinem Bett. Scheinbar zieht er mich ganz gern an und hat dabei eine Vorliebe für viel zu kurze, enge, schwarze Kleider. Bei der roten Spitzenunterwäsche musste ich Schmunzeln. So manche Traditionen sind schon lustig. Ich zog alles an, stoppte aber bei den Halterlosen. Man würde sie ohne Zweifel komplett sehen, so kurz war dieses verdammte Kleid.

„Duhu? Kann ich vielleicht ein blickdichte Strumpfhose drunter ziehen? Es ist doch kalt draußen.“, versuchte ich ihn zu überzeugen. Natürlich war es nicht wirklich kalt aber ich wollte einen Versuch riskieren.

„Du willst dich nur verstecken, Kleines.“

„Nein aber es ist wirklich kalt!“

„Ist es nicht und wir sind in gut beheizten Räumen und weil das so ist, trägst du eben außer deinem Höschen nichts drunter.“

„Aber…“ Weit kam ich nicht. Seine Hand an meinem Hals, die leicht zudrückte.

„Noch ein Wort und das Höschen bleibt auch hier. Überleg es dir gut, Kleines.“

Ich verfluchte und liebte ihn in diesem Moment zu gleichen Teilen. Ich sollte mir das Diskutierenwollen abgewöhnen. Es geht nie wirklich erfolgreich für mich aus. Das Outfit komplettierten wieder meine wunderschönen schwarzen Heels, die ich beim letzten Mal von ihm bekam. Ein Blick in den Spiegel verriet mir, dass ich für meine Begriffe etwas schlampig aussah. Das Kleid bedeckte gerade so meinen Po. Sitzen war an diesem Abend also keine Option. Es folgte das Make-Up. Dunkel und auffällig. Meine Haare durfte ich dieses Mal offen lassen. Er ließ mir die Möglichkeit, mich dahinter zu verstecken. Außerdem ließ es mich wilder wirken, was wohl der Hauptgrund dafür war.

„Wie hast du dich entschieden? Halsband oder Kette? Absoluter Gehorsam oder nicht?“, fragte er mich, während sein Blick mich fixierte. Ich musste schlucken, überwand mich aber schließlich doch. Es folgte ein Kuss, seine Hand in meinen Haaren vergraben und ich merkte, wie sehr er sich über meine Entscheidung freute.

„Du wirst die Entscheidung nicht bereuen, Kleines. Du weißt, dass ich niemals zu viel von dir verlangen würde. Danke, dass du mir so sehr vertraust.“

Er öffnete meine Kette, die ich erst eine Woche trug und ich fühlte mich sofort schutzlos, war sie doch bereits wie ein Teil von mir. Das kalte Leder des Halsbandes schloss sich um meinen Hals und sofort änderte sich mein Denken. Ich würde heute brav sein, die Göre in mir schlief und ich war mehr als glücklich, dass es so war.

„Deine Kette trägst du aber trotzdem.“, sagte er, während er sie mir ums Handgelenk wickelte. Nun war sie ein schönes, unauffälliges Armkettchen und trotzdem bei mir. Wieder ein Stückchen Sicherheit mehr. Heute würde ich also nicht gefesselt werden, sonst hätte es andere Stellen dafür gegeben, registrierte ich still und sollte mich dabei doch täuschen.

Irgendwann machten wir uns auf den Weg. Die Fahrt erschien mir wieder ewig. Ich vertrieb mir die Zeit mit Twitter und damit ihn immer wieder von der Seite anzuschauen, nachdem er mir ein Sprechverbot erteilte, weil ich immer wieder versuchte etwas zu erfahren. Anzug, schwarzes Hemd, keine Krawatte. Viel fehlte nicht und ich hätte gesabbert. Der Kontrast zwischen uns könnte optisch nicht größer sein. Er, die Eleganz in Person und ich, die Schlampe, die auf ihrem fast nackten Arsch saß, weil das Kleid wohl eher als Tshirt durchgehen würde.

Er fuhr durch den Wald. Irgendwo im Nirgendwo. Die letzte Stadt hatten wir schon ein paar Minuten hinter uns gelassen. Irgendwann tauchte ein großes Haus auf. Nicht protzig aber man sah durchaus, dass dort eine Menge Geld darin steckt. In Gedanken versunken, merkte ich nicht, dass S. mich ansprach. Seine Hand fasste mein Kinn und drehte meinen Kopf zu sich.

„Du kennst dein Safeword. Wenn es fällt, gehen wir. Ich bin dir dann auch in keiner Weise böse. Du musst mir nichts beweisen. Ich will, dass du du Abend genießt. Da du dich für das Halsband entschieden hast, erwarte ich Gehorsam. Du siehst ja, es sind 2 Gebäude. In dem einen findet einen ganz normale Party statt, nur dass eben alle kinky sind. Es wird nicht gespielt aber vielleicht siehst du das ein oder andere. Im anderen Gebäude dagegen wird gespielt. Du weißt, ich habe meine Sachen nicht dabei. Wir können uns es gern mal anschauen, dort wird es auch Vorführungen geben aber das ist deine Entscheidung. Vertraust du mir?“

Ich hatte sowas vermutet. Auf einer normalen Party, würde er mich wohl kaum so kleiden. Und auch, wenn es mich überraschte, ich hatte keine Angst. Eher erfasste mich Vorfreude. Die Frage nach dem Vertrauen war eigentlich überflüssig. Würde er sagen spring, würde ich nur fragen wie hoch.

„Natürlich. Und ich werde auch brav sein. Versprochen.“ Das Zeichen für ihn, dass er heute mit keinen Eskapaden meiner inneren Göre zu rechnen hatte.

Wir betraten das Haus, wobei S. seinen Arm schützend um mich gelegt hatte. Nach seiner Ansage eben hatte ich extremeres erwartet aber was ich sah, war Abendgardarobe, mal mehr, mal weniger gewagt. Ich sah ein paar Menschen an der Leine, ein paar Halsbänder, etwas Lack und Leder aber insgesamt irgendwie sehr… harmlos. S. brachte gemeinsam mit mir die Jacken zur Gardarobe und wir betraten den ersten Raum. Jede Menge Sitzgelegenheiten, irgendwie klassisch und doch schön. Dominiert wurde der Raum von einer Bar.

An mir ging eine Herrin vorbei, während ihr Sub hinter ihr herkroch. Ich wurde unsicher. Sollte ich etwa auch? Mein zweifelnder Blick traf S., der nur belustigt den Kopf schüttelte und mir ein „so weit sind wir noch lange nicht“ ins Ohr flüsterte. Er vorsorgte uns mit alkoholfreien Getränken und nahm auf der Couch Platz.

„Wie zuhause, Kleines.“, lautete seine Ansage, während ich noch etwas verloren vor ihm stand. Und ich muss zugeben im ersten Moment kostete es mich Überwindung aber schließlich kniete ich mich dann doch mit dem Rücken zu ihm vor ihn. Seine Hand in meinem Haar und ein Kuss auf den Nacken waren meine Belohnung. Der Abend verging, S. wurde immer mal wieder auf mein Halsband angesprochen, dass ich dann präsentieren musste. Meine Angst war wie weggeblasen. Ich fühlte mich einfach wohl.

Irgendwann ließ ich S. zurück und verabschiedete mich nach draußen zum Rauchen. Und da stand ich nun in der Kälte und fror mir meinen Arsch ab und dann funktionierte das blöde Feuerzeug nicht. Neben mir stand nur eine Frau. Ich schätze sie so auf die Enddreißiger und sehr hübsch. Fast schon einschüchternd hübsch. Sie war anscheinend als Herrin anwesend und in meinem Kopf ratterte es. Wie sollte ich sie um Feuer fragen? Du oder Sie und überhaupt wie? Sie muss meinen Zwiespalt gesehen haben, denn plötzlich hielt sie mir das Feuer vor die Nase.

„Dein erstes Mal? Du wirkst gerade ein bisschen wie ein verschüchtertes, süßes Rehkitz. Ich bin übrigens Marie.“

Ich nannte ihr meinen Namen. „Ist es so offensichtlich?“

„Naja du warst noch nicht im Spielbereich, oder? Du wirkst ein bisschen verschüchtert. Keine Angst, ich beiße nicht. Bist du mit jemanden hier?“

Und aus einer Zigarette wurden 4, weil wir uns einfach verquatscht hatten. Irgendwann tauchte plötzlich S. vor mir auf.

„Ach, hier steckst du, Kleines. Eine rauchen geht aber schneller.“

Ich entschuldigte mich bei S., danach stellten sich die 2 einander vor. Sie erzählte von einer Vorführung, die gegen 22 Uhr starten sollte und ob wir die uns nicht ansehen wollten, lobte mein Halsband und unterhielt sich nun auch angeregt mit S., der beteuerte, dass es meine Entscheidung wäre, ob ich mich heute schon in die Playarea und sei es nur zum Gucken, trauen würde.

Ich fühlte mich herausgefordert und teilte mit, dass ich zumindest gern mal alles sehen würde.

Und kurz darauf stand ich da, während auf der Bühne ein junger Mann die Peitsche zu spüren bekam und war fasziniert und nicht nur das. Ich wollte auch. Nicht so öffentlich zwar aber der Wunsch war plötzlich da. Etwas was am Beginn des Abends für mich unvorstellbar gewesen wäre. Und so zog ich S. weg von den Menschen, die dort versammelt standen und redete mit ihm offen über meine Wünsche. Sein Funkeln in den Augen verriet mir, dass ihm das Gehörte gefiel und so nahm er mein Haar und zog mich daran durch den Raum. Mit den Heels war mehr als ein Stolpern nicht möglich. Und es gefiel mir, auch oder gerade weil es der Ein oder Andere mitbekam.

Im hinteren Bereich gab es durch Vorhänge abtrennte Separees. Die Meisten waren belegt. Er zog mich in eines davon, weil man daraus keine Geräusche hörte und plötzlich stand Marie vor uns.

„Ach, doch so mutig deine Kleine? Gebt mir eine Minute. Ich mach meine Sklavin eben los und dann verschwinden wir.“ Ein Grinsen stahl sich auf ihr Gesicht und ihr Blick fixierte mich. „Außer natürlich ihr wollt, dass wir bleiben.“

Sie löste die Fesseln der Frau auf dem Strafbock, die eben noch ihr rotes Hinterteil präsentiert hatte. Währendessen traf mich der Blick von S. und ich weiß nicht, was mich in diesem Moment ritt aber ich nickte. Ich wollte, dass die Beiden blieben.

Und so kniete ich mich auf den Strafbock, wurde von S. fixiert und kurz darauf schob er mir schon mein Kleid nach oben. Ich hatte darum gebeten meinen Slip anbehalten zu dürfen. Für mehr fühlte ich mich noch nicht bereit. Kurz darauf spürte ich den ersten Schlag mit seiner Hand. Nicht wirklich fest aber doch gut spürbar. Und nicht nur diesen fühlte ich auf meiner Haut. Auch die Blicke der 2 Frauen. Er steigerte die Intensität der Schläge und fuhr mit seinen Fingern über meine bedeckte Mitte, die meine Gefühle wohl sehr offensichtlich preisgab. Ich hörte das dreckige Lachen, dass ich so liebe.

„Willst du mehr?“ Mehr als Nicken konnte ich in diesem Moment nicht.  Ich hörte, dass ein Gürtel geöffnet wurde und wusste nur zu gut, was folgen sollte. Ich liebe den Gürtel!

Und so traf mich immer wieder das kalte Leder und ich war wie berauscht. Dazwischen strichen immer mal wieder seine Finger über meine geschundene Haut.

„Was hälst du denn davon, wenn die gute Marie dir zum Abschluss noch ein paar Klapse gibt? So als Belohnung, dass du heute so ein braves Mädchen bist.“ Ah, diesen Punkt auf meiner Kopfkinoliste sollte heute also auch abgearbeitet werden und ich war mehr als bereit dazu.

Es war intensiv. Eine Frau schlägt eindeutig anders als ein Mann. Gut, mir fehlen die Vergleichmöglichkeiten aber heiß war es auf jeden Fall. Nach ein paar relativ harten Schlägen befreite mich S. vom Bock und wies mich an, mich bei Marie zu bedanken. Ich nuschelte ein „vielen Dank, Marie“ hervor, wusste ich doch nicht, was von mir erwartet wurde. Sie lachte und zog mich in einen Kuss.

„Pass gut auf dein Prachtstück auf, mein Lieber. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder. Scheint ihr ja ganz gut zu gefallen die Veranstaltung.“ Und mit diesen Worten waren die Beiden auch schon verschwunden.

Mittlerweile war es kurz vor Mitternacht. S. orderte ein Glas Sekt und für mich einen schönen Cocktail, den ich mir, wie er sagte, heute mehr als verdient hätte. Mitternacht stießen wir an und waren wie jedes andere kitschige Paar auf diesen Planeten, auch wenn die Location wohl nicht ganz so normal war. S. holte aus seinem Auto eine einzelne Rakete, die er extra für mich eingpackt hatte.

Wir tranken in Ruhe aus, S. verabschiedete sich noch von ein paar Gesprächspartnern und so verließen wir gegen 1:30 Uhr das Haus. Danach hatten wir Sex im Auto, den ich auch wirklich, wirklich nötig hatte. Ich glaube, so feucht war selten eins meiner Höschen durch so wenig Action.

Auf der Rückfahrt redeten wir über das Erlebte.

„Weißt du eigentlich, wie stolz du mich heute gemacht hast? Du hattest keine Ahnung, was auf dich zukommt und hast dich trotzdem für das Halsband entschieden. Und auch dort hast du dich einfach vorbildlich verhalten. Ich glaube, das sollten wir öfter machen. Du strahlst gerade wie ein Honigkuchenpferd auf LSD, meine Kleine.“, dabei legte er seine Hand auf meinen Oberschenkel.

Und er hatte recht. Es hatte mir gefallen. Mehr als das. Ich habe Blut geleckt. Natürlich mag das alles für euch alte Hasen lächerlich wirken. Das kleine Bisschen aber für mich war es ein riesiger Schritt, den ich nicht bereue. Es war die beste Silvesternacht meines Lebens. Scheiß auf das Feuerwerk da draußen, ich hatte meines auf dem Strafbock und wenn ich mir so ausmale, was da noch alles kommen könnte, wird dieses Jahr wohl sehr, sehr spannend. Nicht nur wegen S., auch wegen ein paar anderen Dingen aber das ist eine andere Geschichte… vielleicht.

Hatte ich Tage vorher Angst vor diesem Tag gehabt, weil ich nicht sicher war, wie emotional Silvester für mich werden würde, das erste mal nicht in meiner Herzenstadt zu sein aber es hätte nicht schöner sein können.

An Tagen wie diesen…

Der 28.12. ist für mich kein guter Tag. Es ist jetzt 2 Jahre her, dass meine Oma, die mich mit aufzog und zu der ich zwar eine sehr tiefe Bindung aber auch eine verdammt komplizierte Beziehung hatte, starb. Ohne mich. Ich habe 600km entfernt gearbeitet, obwohl ich wusste, dass es bald soweit sein würde aber es ging nicht anders. Für mich ließ sich einfach kein Ersatz finden. Ich mache mir, nicht nur deshalb, Vorwürfe und die werde ich wohl niemals abschütteln können.

Und so kam es, dass ich am 28.12. kurz nach 0 Uhr S. schrieb, ob er mich abholen konnte. Eigentlich hatte ich vor allein zu ihrem Grab zu gehen. Er sollte nur vor dem Tor des Friedhofes auf mich warten. Er ließ es nicht zu. Er hielt Abstand und schwieg, während ich vor dem Grab stand und eine schwarze Kerze entzündete. Einige mögen das geschmacklos finden und sich an der Farbe stören aber gerade kurz vor ihrem Ende konnte sie sich nur an mich als Gruftimädchen erinnern. Es war kalt und windig und die Kerze wollte einfach nicht brennen, bis S. mir die Kerze aus den zitternden Händen nahm. Bei ihm klappte es natürlich sofort. Und so stand ich da. Nachts auf einem Friedhof vor einem Grab und wurde mir der Ironie bewusst, dass meine Oma mich immer davor gewarnt hatte, zwar in einem anderen Kontext aber ich musste schmunzeln. Ja, sogar lachen und dann brachen Emotionen hervor, die ich immer nur allzu gut unterdrücken konnte.

Ich weiß nicht warum er es tat aber auf einmal saß S. auf dem dreckigen, kalten und nassen Boden und versuchte mich auf seinen Schoß zu ziehen aber im ersten Moment hatte er keine Chance. Ich ertrage in solchen Situationen eigentlich keine Nähe. Ich will es selbst bewältigen, auch wenn ich das nicht muss. Aber ich will meine vermeintliche Stärke in diesem Moment nicht aufgeben.

Er nahm meine Hand, während er so dort unten saß.

„Guck mich an, Kleines.“ Es war fast ein Flüstern. Kein Befehl und doch nannte er mich Kleines. Es dauerte einige Minuten bis ich dem auch wirklich nach kam. Zu sehr kämpfte ich damit nicht zu weinen. Idiotisch, wenn man bedenkt, in welchen Situationen er mich schon gesehen und gebracht hat. Aber da war diese Angst bemitleidenswert wirken zu können. Die ganze Zeit spürte ich wie sein Daumen über meinen Handrücken strich.

Als ich ihm dann endlich in die Augen blickte, zog er mich auf seinen Schoß und legte seine Arme um mich. Und meine Dämme brachen. Er sagte kein Wort und hielt mich einfach fest. Wie ich es brauchte. Wir waren fast eine Stunde auf diesem Friedhof und er muss gut durchgefroren gewesen sein. Meine Nachfrage auf dem Heimweg wischte er mit einem „im Moment zählst nur du“ weg.

Ich schlief in seinen Armen ein. Wohl wissend, dass dieser Tag ein schwieriger sein würde. Nicht nur für mich. Auch für ihn.

Den ganzen Tag über provozierte ich, wo ich nur konnte und er nahm alles gelassen hin. Mir war alles egal. Ich würde sogar einen Monat auf den Teppich schlafen aber ich wollte, dass er mir Schmerzen zufügte. Einfach um diese Emotionen, die ich so lange, so gut unterdrückte, zu überlagern.

Am Abend als ich von der Arbeit kam und immer noch nicht mein gewünschtes Ergebnis hatte, zog ich mich aus, legte den dünnen Rohrstock bereit und wartete über der Couch gebeugt auf ihn. Doch statt mir, wie er erhofft, körperliche Schmerzen zuzufügen, die die emotionalen verdrängen sollten, hauchte er mir nur einen Kuss auf die Schulter, holte seinen Bademantel und zog ihn mir an, um mich wieder auf seinen Schoß zu ziehen.

„Ich werde dir heute nicht wehtun, Kleines. Ich weiß, du willst es aber das wäre nicht gut für dich. Bewirf mich mit Sachen, beschimpf mich, schlag mich – es ist mir egal. Ich werde dir heute keine Schmerzen bereiten. Ich habe mir von deiner Mutter Fotoalben geliehen und die werden wir uns ansehen. Wenn du willst, kannst du mir auch erzählen, was ihr auf den Fotos erlebt habt.“

Und so kam es. Diese Fotos zu sehen, die ich seit 5 Jahren nicht gesehen hatten, tat unglaublich weh. Mir wurde wieder einmal bewusst, was ich verloren hatte. Es war nötig, auch wenn es verdammt weh tat aber irgendwie auch heilsam. Sehr heilsam.

Er hätte es so viel einfacher haben können, hätte er einfach den Rohrstock genommen und mich bis zum Safeword getrieben aber das hat er nicht. Und ich weiß, er war in diesem Moment, wo ich es nicht sein konnte, vernünftig und hat auf mich aufgepasst. Hat mich vor mir selbst beschützt… etwas was ich so noch nicht kannte.

 

 

Oh du fröhliche…

Weihnachtsabend… Essen mit der Familie und das mit S.

Man könnte meinen Weihnachten wäre ruhig und besinnlich. Nicht so in meiner Familie. Heute trifft jeder, denn man seit Jahren bewusst gemieden hat, beim Weihnachtsessen bei meiner Mutter ein und was soll ich sagen? S. und ich sind wohl die Hauptattraktion. Ich bereitete mich oben mit S. auf diese Konfrontation von. Ging es bei uns Weihnachten eher leger zu, zog ich mein knielanges rotes Kleid an und investierte viel Zeit in mein Make-Up. Nicht weil ich gefallen wollte, das würde ich so oder so nicht, sondern weil es ein Schutzpanzer für mich ist. Diese Kleidung verleiht mir Selbstsicherheit. Es ist eine Art Maske und die nutze ich nur zu gern.

Auf ging es. Ich hatte den ganzen Tag mit meiner Mutter und Schwester in der Küche gestanden und alles vorbereitet. Das Essen begann damit, dass meine Tante, die ich Jahre nicht gesehen hatte, verkündete, dass jede junge Frau wohl einmal im Leben einen alten Mann hat aber dass ich doch langsam in ein Alter käme, wo ich über Heirat und Kinder nachdenken solle, da mich in 10 Jahren bestimmt keiner mehr wolle.

„Also ich will Sie auch dann noch. Auch wenn ich sie nie vor den Altar führen werde.“, sprang S. für mich ein, da offensichtlich eine Erwiederung erwartet wurde.

„Das ist ja schön und gut, diese ganzen neumodischen Modelle aber DAS“, dabei wedelte sie mit der Hand in unsere Richtung „wird ja wohl kaum langfristig sein.“

Meine Erwiderung, die mir auf der Zunge lag, schluckte ich hinunter. So wie ich es in all den Jahren gelernt hatte. Mein Leben war das Hauptgesprächsthema am Tisch. Jeder meinte mir seine Meinung aufdrücken zu müssen, wie dumm ich doch mit 18 war, kurz vor den Abi alle Zelte abzubrechen und in einer fremden Stadt neu zu beginnen.

Mir rang das nur ein müdes Lächeln ab. Ich weiß, dass diese Entscheidung goldrichtig war und ich sonst nicht die wäre, die ich heute bin. Vor dem Hauptgang ging es an die Bescherung. Die lästige Verwandtschaft bekam je nach Grundvoraussetzung eine Schachtel Pralinen oder eine Flasche Wein. Die anderen erhielten natürlich etwas wohl Ausgewähltes.

Dann übergab S. mir ein Kästchen, wie ich es noch nie in der Hand hielt. Ich bin keine Schmuckträgerin aber als ich es öffnete, war es Liebe auf den ersten Blick. Ein kleines Kettchen mit kleinem Herz. Er flüsterte mir ins Ohr, dass ich die „Seine“ wäre und es nur ablegen durfte, wenn es seinem Halsband, was ich bis zu dem Zeitpunkt noch nie trug, Platz machen musste. Natürlich blieb sein Geschenk nicht unbemerkt und so kam von meinem Bruder natürlich, was in dieser Familie kommen musste.

„Da hast du dir ja einen schönen Sugardaddy geangelt.“

Mein Bruder, ein rotes Tuch aus vielen Gründen, provozierte mich und das war mir durchaus bewusst aber ich merkte, wie meine Maske fiel und meine Abneigung zum Vorschein kam.

„Wie bitte? Was möchtest du mir eigentlich unterstellen? Wo ist Ehefrau Nummer… wie viel? 8?! Und bevor wieder mit dem Altersunterschied angefangen wird, meine ich mich zu erinnern, dass eine deiner Frauen auch in meinem Alter war.“ Zur Erklärung: Ich bin ein Nachzügler und uns trennen fast 20 Jahre.

Er hatte schon genug gebechert und so entstannt ein eher unschöner Wortwechsel. Erwähnte ich, dass ich Weihnachten nicht mag? Aus genau diesem Grund. Jedes Fest eskalierte. Er hatte mich unendlich wütend gemacht und so entschied ich, dass es besser war zu gehen. Ich teilte dies der Runde mit, S. war gerade auf der Toilette, und ging.

Weit kam ich nicht. Ich hatte gerade die Wohnung von S. betreten, da wurde ich schon gegen die Wand gedrückt. Die Hand von S. fest um meinem Hals. Und meine Wut verrauchte. Ich wurde wieder ich, je weniger Luft ich bekam. Es folgte ein harte Ohrfeige.

„Geht es wieder?“, fragte er, während er an eine seiner Kisten, in denen allerlei schöner Dinge lagerten, ging. Ich ging ihm ein paar Schritte entgegen, um zu sehen, was er da machte und bejahte seine Frage. In mir tobte es zwar noch aber die Bombe war entschärft.

„Du hast mich einfach stehen lassen, Kleines. Das war nicht nett.“, und ich erkannte ein mir wohl bekanntes Funkeln in seinen Augen und wusste, dass ich an diesem Abend genau das bekommen sollte, was ich verdiente und brauchte. Er hielt einen Ballknebel in der Hand. Etwas, was noch nie bei uns zum Einsatz kam aber wenn die versammelte Verwandtschaft eine Etage tiefer sitzt, sollte man den Geräuschpegel wohl etwas dämmen.

Er legte ihn mir an und half mir erst dann aus meinem Kleid. Nachdem er den Reißverschluss geöffnet hatte, nahm er auch die Kette wieder ab und was soll ich sagen? Ich trug sie doch erst wenige Minuten und doch fehlte sie mir schon. Er reichte mir eine schwarze Schachtel, welche ich öffnete. Darin war ein Halsband. Nein, mein Halsband. War es sonst in der Ausführung ganz klassisch, so waren die Anfangsbuchstaben unsere Vornamen ins Leder gebrannt. Einzigartig, unverwechselbar und wunderschön.

Als er es mir umlegte, war mir bewusst, dass dies ein besonderer Moment war und auch, dass es heute wohl deutlich härter zugehen würde. Kein Herantasten mehr, keine unnötige Gnade. Er schubste mich über die Couch, so dass mein Arsch in die Höhe ragte und vermutlich hat er sich durch jedes Schlaginstrument, welches er sein eigen nannte, gearbeitet. Genau definieren kann ich es nicht, da er mir vorher noch die Augen verbunden hatte. Und dann flossen endlich die erlösenden Tränen. Ein Knoten, der platzte. Pure Emotion. Danach musste ich mich umdrehen, so dass ich jetzt auf meinem Rücken lag und er fickte mich. Hart, intensiv. Benutzen trifft es wohl besser. Es ging nur um sein Vergnügen hatte er mir doch vorher schon so viel gegeben und ich genoss jede Sekunde davon. Der Knebel war an diesem Abend eine mehr als gute Idee gewesen.

Jetzt könnte man sagen, dass es unverantwortlich ist, mit jemanden so emotional Aufgewühlten, zu spielen und wenn man sich nicht kennt, mag das so sein. Aber S. wusste genau was und wie ich es brauche, damit dieses Weihnachtsfest noch eine angenehme Erinnerung hinterlässt.Er bändigt mich, ohne mich zu zähmen und hilft mir, einen klaren Kopf zu bekommen.  Nachdem ich wieder im hier und jetzt war, es war schon spät, schlich ich in Mutters Wohnung und besorgte uns 2 Portionen des köstlichen Tiramisus, welches ich am Mittag zubereitet hatte und schlief schließlich in den Armen von S. ein.

Und heute? Ja, das Weihnachtsfest hat seine Spuren hinterlassen. Mehr als ich sie je hatte. Jedenfalls ist sitzen heute eher unmöglich und so liege ich auf der Couch von S., meine wunderschöne Kette um den Hals, als Zeichen, dass ich „seins“ bin und muss sagen, es war mit Abstand das schönste Weihnachtsfest, dass ich je hatte. Auch wenn es laut, „brutal“ und eher weniger besinnlich war… Aber ich kann jetzt 2 Schmuckstücke mit Bedeutung mein Eigen nennen und hey, es war das erste Mal, dass ich Schmuck geschenkt bekam. Ist das dieses Erwachsensein?

Ich hoffe, euer Fest im Kreise der Familie ist etwas anders verlaufen.

 

„Und in einem Jahr?“

Für alle geneigten Leser, die nur an meinen sexuellen Eskapaden interessiert sind, dieser Post dürfte für euch sehr, sehr langweilig sein. Der nächste ist bestimmt wieder interessanter aber das hier ist nur ein kläglicher Versuch meine Gefühlswelt zu ordnen und zu verstehen.

„Wo siehst du dich denn in einem Jahr?“, man sollte meinen eine harmlose Frage und vor S. hätte ich sie sofort beantworten können. Nicht hier, sondern wieder in meiner Herzensstadt, die mir 6 Jahre lang mehr Heimat war, als das Kaff, aus dem ich stamme, jemals sein könnte.

Und jetzt? Tja, im Prinzip habe ich alles. S., was ich mir niemals erträumt hätte und doch ist er jetzt ein sehr großer Teil meines Lebens. Einen Herrn, der weiß wie man mit mir umgehen muss. Eine Schwester, mit der ich mich so gut verstehe wie noch nie. Der tolle Teil meiner Familie, für dich ich durchs Feuer gehen würde. Einen Job, der zwar stressig ist aber mich erfüllt. Und doch fehlt etwas. Dieses Gefühl von Heimat will sich einfach nicht einstellen. Ich bin so glücklich, wie ich es sehr lange nicht war und doch fehlt dieser Ort unglaublich. Die Atmosphäre, die Anonymität, meine Freunde, die Möglichkeiten. Es fehlt. Und für mich stand fest: wenn die Befristung meiner Stelle ausläuft, findet man mich dort wieder.

Ich kann dort frei atmen. Kein Gerede, keiner kennt einen und unendliche Möglichkeiten, die ich viel zu selten nutzte. Aber was ist mit all den positiven, mich glücklich machenden Aspekten, die ich dann verlieren würde?

Jetzt könnte man meinen, dass es immer einen Weg gibt… S. führt eine Firma und ich kann und werde nicht verlangen, dass er mit mir geht. Er liebt dieses Leben auf dem Land und kennt es auch nicht anders.

Und dann geistert wieder der Gedanke in meinem Kopf herum, dass ich den Kontakt zu S. abbrechen sollte, so lange ich noch kann. Ich verfalle ihm jeden Tag ein bisschen mehr und das ich diesen Gedanken hege, wird ihn nicht gefallen aber meine Vernunft sagt mir, es wäre besser uns vor so großen Schmerzen zu bewahren.

Ich komme mit den Menschen hier zum Großteil nicht klar. Wir werden einfach nicht miteinander warm. So war es schon immer und deshalb auch meine Flucht in die Stadt. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann die Sehnsucht zu dieser Stadt abschütteln kann und ob mir Besuche reichen.

Aber warum diese Zweifel, wenn es mir doch so gut geht? Ich sollte es genießen und mir später Sorgen darüber machen. Den Tag, den Augenblick, die Sekunden genießen und leben und mich nicht den Zweifel hingeben aber was wenn ich gehe? Bin ich dann wieder unglücklich?

Ich habe S. vor ein paar Stunden gebeten mich nach Hause zu fahren und in Ruhe zu lassen, weil ich seine Nähe nicht ertrug. Nicht weil ich sie nicht genoß, das Gegenteil war der Fall. Der Gedanke, dass er irgendwann nicht in Reichweite sein könnte, weil ich eine egoistische Entscheidung treffen könnte, hat mir einfach unfassbar Angst gemacht. Ich treffe keine Entscheidungen mehr für mich allein. Plötzlich hängen da Menschen dran, die ich verletzen könnte. Gut, das war schon früher so aber damals war es mir schlicht egal.

Vielleicht kann ich mich ja irgendwann mit dem Land anfreunden… wer weiß das schon? Und während ich das schreibe, wird mir bewusst, dass ich die Nähe von S. gerade brauche und habe ihm auch schon geschrieben. Und ohne jeden Vorwurf setzt er sich heute bereits zum 2. Mal für mich ins Auto, obwohl ich mich selber nicht verstehe oder weiß, was ich will. Wobei, ganz richtig ist das ja nicht… Ich will ihn nicht verlieren. Soviel steht fest.

Ein Pokerspiel…

Es begann mit einer Nachricht. „Heute.“ Mehr nicht. Ein Wort, dass gleichzeitig Panik, Unsicherheit und Erregung in mir auslösten. Ich hatte nicht so früh damit gerechnet. Nicht, wenn ich erst Nacht 2 von 3 auf dem Teppich verbracht hatte. Und so saß ich in meinem Büro und war überfordert, wie selten es ist. Ich versuchte mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Doch kurz darauf surrte mein Handy wieder. Etwas, was es nur bei einer handvoll Kontakten tut. Die Nachricht kam von meiner Schwester, die heute frei hatte.

„S. war vorhin da. Seit wann hat er denn einen Schlüssel? Er hat das graue Kleid und Halterlose eingepackt. Keine Unterwäsche. Du kommst heute wieder nicht nach Hause, oder? Klingt jedenfalls nach einer spannenden Nacht.“

Ich antwortete ihr kurz, dass sie nicht mit mir an dem Abend rechnen brauchte und das S. schon seit meinem Einzug einen Schlüssel hat. Einfach meiner Schusseligkeit geschuldet. Und so froh, ich über diese Info war, sie beruhigte mich nicht unbedingt. Das graue Kleid war lang und eigentlich eher für’s Business aber die fehlende Unterwäsche bereitete mir doch etwas Sorgen. Ich schob den Gedanken beiseite und arbeitete, so gut es eben ging.

Später, es war schon dunkel geworden, wieder eine Nachricht von S. „Abfahrt 18:45 Uhr und iss vorher bitte etwas.“ Wieder ein Zeichen, dass er mich zu gut kennt. Nervosität raubt mir immer den Appetit und so quälte ich mir doch noch ein halbes Brötchen rein, bevor ich meine Sachen schnappte und zu S. ging. Ich schloss auf und rief nach ihm. Keine Antwort. Also erstmal unter die Dusche, rasieren und was frau eben da so tut und weiter ins Schlafzimmer. Auf dem Bett lag allerdings nicht wie erwartet mein Kleid, sondern ein neues Komplettoutfit, inklusive Unterwäsche, wenn man sie denn so nennen möchte. Das Höschen wurde nur von 2 schwarzen Bändern gehalten, die man zu einer hübschen Schleife verknoten musste, in der Mitte fehlte etwas Stoff und auch am Hintern war es sehr luftig. Ein Hauch von Spitze bedeckte meinen Körper und was soll ich sagen? Auch Unterwäsche kann etwas mit deiner Stimmung machen. Fühlte ich mich vorher wie eine Jungfrau, gefiel mir, dass was ich im Spiegel sah plötzlich. Verrucht und sexy, eigentlich keine Attribute, die ich mir normalerweise zuordnen würde aber in diesem Moment fühlte ich mich so. Weiter ging es mit meinen Halterlosen und einer schwarzen, Seidenbluse. Sie war hochgeschlossen und auch hier fand sich Spitze wieder. Ein BH fehlte völlig und mir wurde bewusst, dass man mir Kälte und Erregung sehr direkt und deutlich ansehen können würde. Der Rock, der folgte, war für meinen Geschmack eindeutig zu kurz. Bücken sollte ich mich damit wirklich nicht aber auch hier merkte man, dass S. Geschmack besitzt. Eng aber nicht zu eng und ein klassischer Schnitt. Ein Blick in den Spiegel und es war, als würden meine 2 Seiten aufeinandertreffen in einem Outfit vereint. Eine Mischung aus Eleganz und Gothic-Mädchen lächelte mir aus dem Spiegel entgegen und so hatte ich mich auch noch nie gesehen. Es folgte mein übliches Make-Up, wenn ich weggehe. Dunkle, betonte Augen, blutrote Lippen und die Haut fast so weiß wie Schnee.

Kurz darauf stand S. in der Schlafzimmertür. In seinen Händen 2 Kartons. Der eine entpuppte sich als Schuhkarton. Schwarze High Heels erwarteten mich. Ich trage gern hohe Schuhe aber die waren schon eine klasse für sich. Anprobiert waren sie dann aber deutlich bequemer als erwartet. In dem anderen verbarg sich ein Unterbrust-Korsett. Auch dieses war wieder wunderschön und so schnürte mich S. nach all den Jahren wieder in ein Korsett, dabei flüsterte er mir süße Gemeinheiten ins Ohr, die mir so langsam die Angst vor dem, was auf mich zukommen sollte, nahmen. Er befahl mir noch die Haare zum seitlichen Zopf zu flechten, damit ich mich hinter meiner Mähne nicht verstecken konnte, wie ich es zu gern tat.

„Guck dich an, Kleines. Auf dich wartet eine unvergessliche Nacht und ich bin immer an deiner Seite. Das Safeword bleibt natürlich bestehen.“

Ein Blick in den Spiegel und ich war baff. Ich bin mit mir und meinem Körper im Reinen und kenne seine „Schwachstellen“ aber dieses Bild… Man könnte meinen, ich sähe verkleidet aus aber nein, ich sah so aus, wie ich es immer wollte. Die Frau, die ich da sah gefiel mir und wurde von Sekunde zu Sekunde selbstbewusster.

Er half mir in meinen Mantel und gab mir noch einen Klaps auf den Arsch. Kurz darauf fand ich mich in seinem Auto wieder und spürte, wie mich die Aufregung wieder in Besitz nach. Im zog an meinen Halterlosen, versuchte, sie höher zu ziehen, damit man nicht sehen konnte, dass ich welche unter diesem kurzen Rock trug und fragte, mich was mich wohl erwarten würde. Vom Szenario wusste ich bisher nur, dass ich in einer Bar auf den Mann treffen sollte, den S. ausgesucht hatte für mich.

„Wenn du noch weiter daran herumzuppelst, reißen sie und dann ziehst du sie aus. Ich würde das lassen, Kleines.“, sagte es, während er seine Hand auf meine legte.

„Ich erkläre dir den Ablauf. Wir sind gleich da. Du gehst in die Bar. Es ist eine typische Männerhöhle, Billiardtische, Fernseher, Kicker… Du weißt schon. Dort wartet Ben auf mich. Du wirst ihn an seinen Tattoos erkennen. Du setzt dich neben ihn, bestellst dir was zu trinken und sprichst ihn an. Er wird dich abwimmeln wollen, weil er auf mich wartet aber du lässt einfach deinen Charme spielen. Ich weiß, dass du das kannst. Später werde ich zu euch stoßen. Hast du das verstanden?“

Es gab ja nicht viel, was man nicht hätte verstehen können aber in mir machte sich ein deutlicher Fluchtreflex bemerkbar. Ich sprach keine fremdem Männer an, niemals. Das war einfach nicht ich. Auf der anderen Seite war da mein Ehrgeiz. Ich wollte S. stolz machen. Ihm zeigen, dass ich das konnte. Er würde immer in der Nähe sein und auf mich aufpassen, dessen war ich mir sicher. Ich muss in Gedanken versunken sein, denn plötzlich spürte ich, wie S. mein Kinn packte und meinen Kopf zu sich drehte.

„Du kannst das, Kleines. Das ist alles schonmal in deinem Kopf passiert. Jetzt lass es wahr werden. Ich bin da. Hast du alles verstanden?“

Auf mein „Ja“ folgte ein viel zu sanfter Kuss. Mit wackligen Beinen betrat ich das Lokal. Ein bisschen dreckig, ein bisschen abgerockt. Ein Ort, an dem ich mich wohl fühlen könnte, wäre da nicht meine Aufgabe. Der Laden war so früh nicht gut besucht. Ein paar Jungs in meinem Alter spielten Billiard, eine Paar stand am Kicker. Ich hing meinen Mantel auf und lief zielsicher auf die Bar zu. Die Blicke der Anwesenden spürte ich dabei sehr deutlich auf meinem Körper. Nicht abschätzig, eher bewundernd. Es nahm mir etwas die Angst. Ich sah eben wirklich mal gut aus. Der Mann, der an der Bar saß, war der einzige, der mich noch nicht gesehen hatte, starte er doch auf sein Handy. Ich ging auf ihn zu und blieb neben seinem Barhocker stehen.

„Ist da noch frei?“, fragte ich schüchtern. Etwas, was ich leider nicht ablegen konnte. Aber ich muss zugeben seine Gestalt schüchterte mich wirklich etwas ein. Versteht mich nicht falsch. Ich bin lange genug in der dunklen Szene unterwegs, um Vorurteile gegenüber Tattoos zu haben. Aber er war nicht nur groß, sondern auch trainiert. Für meinen Geschmack fast schon zu viele Muskeln. Er trug ein Bandshirt und eine einfache Jeans. Vom Outfit her passte er definitiv besser an diesen Ort. Ich schätzte ihn auf Mitte 30. In Gedanken dankte ich S. für seine Wahl. Er sah gut aus und auch seine Ausstrahlung gefiel mir.

Sein Blick wanderte zu mir. Zuerst schaute er mir in die Augen, doch schnell hatte er meinen Körper gescannt. Ich spürte, dass mich dieses ungenierte Betrachtetwerden erregte. Es war, als würde er Ware begutachten.

„Ich warte auf jemanden. Aber bitte. Ist ein freies Land.“ Eine mehr oder weniger einladende Geste folgte. Ich setzte mich und natürlich war wieder der Spitzenrand meiner Halterlosen zu sehen. Sein Blick fiel natürlich sofort darauf. Ich bestellte mir ein Mixbier. Harmlos aber lecker.

„Wie kann man nur so eine Pisse trinken.“, kam es gemurmelt von meinem Sitznachbar.

„Naja, ich vertrage eben nicht so viel… was Alkohol angeht. Ich weiß übrigens, dass du auf S. wartest. Er verspätet sich leider und ich soll dich etwas ablenken und dir die Wartezeit verkürzen.“

„Ach sollst du das? Mit wem habe ich denn das Vergnügen?“

Ich nannte ihn meinen Namen und ärgerte mich darüber, dass ich bei ihm scheinbar keine Wirkung hatte. Ich wollte das. Ich wollte meine Strafe zufriedenstellend erfüllen und dann hatte ich da so einen Eisklotz neben mir sitzen. Es machte mich verrückt. Die Angst, es nicht zu wollen oder zu schaffen, war einem Ehrgeiz gewichen. Es war ein Spiel und ich wollte gewinnen.

„Freut mich. Ich bin Ben. Wie sollst du mich denn Ablenken? Ich glaube kaum, dass ich mich mit dir über Werkzeug, neue Baustoffe und ähnliches unterhalten kann. In diesem Köpfchen spukt sicherlich etwas anderes herum.“

In meinem Anflug von Größenwahn begann ich die obersten 3 Knöpfe meiner Bluse zu öffnen und mich etwas zu ihm zu lehnen. Ich weiß nicht, was mich da geritten hat aber was sollte schon passieren? Hier kannte mich keiner und so schnell wäre ich sicherlich nicht mehr hier. Natürlich wanderte sein Blick in meine Bluse. Meine Brüste wurden durch das Korsett gepusht und der Stoff verdeckte gerade noch meine Nippel, die sich aber doch sehr deutlich abzeichneten.

Und plötzlich, stand S. vor uns. Ich hatte weder die Tür der Bar gehört, noch hatte ich bemerkt, dass er sich irgendwo versteckt hätte. Wie auf’s Stichwort, denn so langsam gingen mir die Ideen aus. Ich bin eben alles aber sicherlich nicht gut in solchen Aktionen. Er begrüßte Ben mit einer Umarmung. Die beiden schienen sich schon länger zu kennen.

„Na, wie hat sich meine Kleine gemacht?“, fragte S. Ben lachend, nachdem er meine offene Bluse registriert hatte.

„Also an ihrem Alkoholgeschmack wirst du arbeiten müssen aber was soll ich sagen? Du hast dir schon ein kleines Luder geangelt, mein Freund.“ Sie redeten über mich, als wäre ich nicht da oder ein Objekt und es erregte mich zutiefst. In Gedanken versunken, leerte ich mein Bier, ging zur Toilette, schloss meine Bluse und betrat wieder die Bar, unsicher wie es weitergehen sollte.

S. stellte sich vor mich und machte sich an den Knöpfen meiner Bluse zu schaffen. „Das habe ich dir aber nicht erlaubt. Du hast selbst entschieden sie zu öffnen, jetzt bleibt das auch so. Wir verlagern unsere Runde jetzt zu Ben. Er und ich wollen noch ein bisschen Pokern und dazu braucht es eine schöne Frau zum Betrachten, Kleines.“

Pokern?! Wollte er mich etwa verarschen? Aber gut, die Entscheidung lag nicht bei mir und so fuhren wir zu Ben. Noch ahnte ich nicht, dass all dies abgesprochen war und S. mein Kopfkino nahezu perfekt erfüllen sollte.

Bei Ben angekommen, stand der Pokerkoffer schon bereit. Ich wollte mich mit an den Tisch setzen und den Dealer geben, um mich wenigstens etwas nützlich zu machen aber S. hielt mich auf.

„Du bleibst schön neben mir stehen, Kleines. Das bekommen wir schon hin. Wir spielen Texas Hold’em, wie immer.“

„Und der Wetteinsatz?“, kam es von Ben, der ein Bier und 2 Flaschen dieser Hipstercola zu uns brachte.

„Was hälst du davon: Jedes Blatt, wo ich Chips abgeben müsste, darfst du meiner Kleinen ein Kleidungsstück rauben. Verlierst du, bekommt sie ein Glas Whisky, 1cl mit Cola verdünnt.“

Ich war der Spieleinsatz. Das hätte mir natürlich schon vorher klar sein können aber nunja… man kann ja nicht alles voraussagen.

„Klingt nach einem guten Deal. Dann hoffe ich mal auf mein Glück. Ich verdünne Whisky wirklich ungern mit der Plörre. Da muss deine Erziehung aber noch besser werden.“

Und wieder ein scannender Blick. Noch trug ich verhältnismäßig viele Kleidungsstücke und doch fühlte ich mich nackt. Gedemütigt, weil so über mich gesprochen wurde und… ja, ich gebe es zu geil. Allerdings befürchtete ich, dass ich den Abend eher als Alkoholleiche enden würde, denn wenn S. eines kann, neben diversen anderen Sachen, dann ist es pokern.

Das erste Blatt wurde ausgeteilt und ich stand wie bestellt und nicht abgeholt herum. Es dauerte lange, bis sie wirklich mal eine Hand spielten und natürlich gewann S. Ben brachte mir den Gewinn und legte mir bei der Glasübergabe seine freie Hand, um die Hüfte.

„Genieß es. Es wird der letzte Drink sein.“

Und wieder stand ich da. Nippte an dem Whisky, der mir so gar nicht schmeckte, und wartete. Endlich wurde das nächste Blatt gespielt und dieses Mal verlor S. Ich konnte seine Karten erahnen und war mir ziemlich sicher, dass er absichtlich verlor. Ben erhob sich und stand wie ein Raubtier vor mir. Sein Blick ließ es mir eiskalt den Rücken herunterlaufen. Auf sehr positive Art und Weise.

„Womit fangen wir denn an? Das Korsett ist doch bestimmt unbequem, oder? Wollen wir dich doch mal davon befreien.“

S. hatte noch seine Arbeitshose an und übergab sein Cuttermesser an Ben. Es zu lösen, ging den beiden wohl nicht schnell genug. Ich hörte hinter meinen Rücken, wie die Klinge ausgefahren wurde. Und auch, wenn sich noch eine Stoffschicht zwischen mir und den Korsett befand, machte es mich sehr nervös. S. blickte mir dabei die ganze Zeit in die Augen, genau meine Reaktion beobachtend. Das Band wurde zerschnitten und Ben warf das Korsett einfach hinter sich. Auf der einen Seite war es befreiend. So ein Korsett ist eben nicht unbedingt eine bequeme Sache, auf der anderen hatte gerade ein Spiel begonnen, dessen Ende ich schon erahnen konnte.

Es wurde weitergespielt und wieder verlor S. Dieses Mal folgte meine Bluse. Die Knöpfe wurden geöffnet und sie glitt mir vom Körper. Bens Blick fixierte sich auf meine Brüste.

„Für meinen Geschmack ja etwas klein aber man merkt, dass sie jung ist. Da hängt noch nichts.“ Und wie beiläufig nahm er einen meiner Nippel zwischen Zeigefinger und Daumen gefangen und drehte. Nicht sehr stark aber auch nicht ohne Wirkung. S. hatte mir auf der Fahrt zu Ben verboten zu sprechen und so stand ich brav da und ließ einen Fremden meinen Körper berühren und darüber urteilen als wäre ich ein Stück Vieh.

In der nächsten Runde bekam ich glücklicherweise wieder etwas zu trinken. Nicht, dass ich mir Mut antrinken wollte aber meine Kehle war plötzlich sehr, sehr trocken. Und kurz darauf fiel auch mein Rock und das viel zu knappe Höschen kam zum Vorschein. Ein letzter Fetzen Stoff, der mich vor der Nacktheit schützte und doch fast alles offenbarte.

Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen aber rückwirkend betrachtet, würde ich behaupten, dass das Pokerspiel abgesprochen war. Ich konnte die Karten, die auf dem Tisch lagen, nur erahnen und ich vermute, dass die beiden durch Blickkontakt entschieden, ob ich trinken oder von einem Kleidungsstück befreit werden sollte. Es folgte noch ein Whisky und wie sollte es anders sein kurz darauf mein Slip.

Ben löste links und rechts die Schleifchen und fuhr wie zufällig mit dem Zeigefinger über meine Schamlippen. Natürlich blieb dieser nicht ganz trocken. Diese ganze Situation, die Atmosphäre, all das erregte mich.

„Du hast dir ja wirklich eine kleine Schlampe angelacht. Kaum ist sie nackt, läuft sie aus.“

„Ich bin eben ein echter Glückspilz. Und weiß du was? Ich hätte sie schon viel früher haben können. Aber du weißt ja, ich bin ein Gentleman.“

Ja, ein wahrer Gentleman, der seine… was auch immer, einem anderen anbot, als wäre sie ein schnöder Kaumgummi. Aber genau der Mann, den ich brauche.

„Ich mache uns jetzt mal was zu trinken. Ihr seid ja beide erwachsen und wisst wie das geht.“, kam es von S. Und er verschwand. Ließ mich mit Ben zurück, der wieder wie ein Raubtier auf mich zukam, meinen Zopf umfasste und mich Richtung Couch zerrte. Er entledigte sich seiner Jeans, die Unterwäsche darunter fehlte, und ließ sich auf der Couch nieder. Was ich da sah, gefiel mir zwar aber plötzlich fühlte ich so etwas wie Scham und Angst. Scham, weil ein anständiges Mädchen, soetwas einfach nicht tut. Das gehört sich einfach nicht. Meine alten Moralvorstellungen waren also immer noch irgendwo in meinem Hirn unterschwellig vorhanden und Angst… Wovor? Es klingt grotesk aber ich befürchtete, dass S. plötzlich eifersüchtig werden würde oder er die Achtung vor mir verlor. Natürlich völlig irrational, hatte er das doch eingefädelt aber sie war nunmal da und ich kämpfte dagegen an.

„Komm her und blas. Dafür bist du doch hier, oder?“, kam es von Ben. Und ich überwand mich, kniete mich vor ihn hin und nahm seinen Schwanz in den Mund aber so ganz war ich nicht bei der Sache. Zu sehr dominierten mich meine  Ängste.

Als S. wieder den Raum betrat, ging er sofort auf mich zu und drückte meinen Kopf tiefer. Trieb mir diesen fremden Schwanz tiefer in die Kehle und die Ängste verpufften. Es war, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. „Das kannst du doch besser, Kleines. Streng dich gefälligst an.“

Und das tat ich. Irgendwann hatte Ben genug erhob sich und bat mich, mich auf die Couch zu legen. Während er mich leckte, konnte ich S. beobachten. Sein zufriedenes Lächeln brannte sich in mein Gedächtnis, bis ich endlich komplett los- und das Denken sein ließ. Ben wusste wirklich was er tat und so kam ich an diesen Abend nicht nur einmal, immer die Blicke von S. spürend. Und es kickte mich. Es war intensiv und wilder als ich erwartet hatte. Ich wurde benutzt und genoß es in vollen Zügen.

Danach wollte ich duschen, doch S. meinte, dass ich mir nur den Rock und die Bluse überwerfen und das bei ihm machen solle. In seinem Auto fackelte er nicht lang und zog mich sofort in einen brutalen Kuss und auf seinen Schoß. Hatte ich gedacht, ich könne nicht mehr, wurde ich eines besseren belehrt. Und so konnte ich an diesem Abend gleich 2 Fantasien als erfüllt ansehen.

Die ganze Fahrt über sagte mir S. wie heiß er es doch fand und dass ich ihn sehr stolz gemacht hätte und ich war glücklich. Tat ich mich bei der Auswahl der Strafe so schwer, hatte ich doch die Richtige gewählt und die Umsetzung meiner Fantasie war noch viel besser als es im Kopfkino je war. Ich bin froh, dass ich mich überwunden habe und alle Bedenken über Bord geworfen habe. Hätte mir vor einem halben Jahr jemand erzählt, dass ich mal der Preis eines Pokerspiels sein würde, hätte ich nur gelacht. Es spukte in meinem Kopf herum aber es umsetzen? Niemals! Dafür fehlte mir der Mann, dem ich komplett vertrauen kann und S. hat wieder mal bewiesen, dass ich das kann.

Bei ihm angekommen, ließ er mir ein Schaumbad ein und kümmerte sich um mich. Als er schlafen gehen wollte, legte ich mich auf dem Teppich neben seinem Bett, stand mir doch noch ein Tag dort bevor, da ich verhandeln wollte. Verhandeln mit einem Dom… Ja, manchmal bin ich schon etwas naiv aber versuchen konnte man es ja. Er löschte das Licht und ich wäre sicherlich gleich eingeschlafen, war ich doch verständlicherweise sehr erschöpft. Doch er machte es noch einmal an, half mir auf, zog mich ins Bett und kuschelte sich an mich. Es war genau das was ich brauchte.

„Der Teppich liegt auch morgen noch da. Und jetzt schlaf, Kleines. Du hast mich heute unglaublich stolz gemacht.“