Schwimmen verlernt man nicht.

Am Abend vorher erhielt ich von ihm eine Nachricht mit Instruktionen für die erste Session. Keine Unterwäsche, hohe Schuhe und Halterlose. Das war die erste Herausforderung. Hier auf dem Dorf fällt man in Halterlosen und mit hohen Schuhen sehr schnell auf und so kostete mich das bereits Überwindung. Aber insgesamt waren mir diese Bedingungen schon vorher klar. Was habt ihr Doms denn nur gegen schöne Dessous?

Die Zugfahrt erschien mir ewig und immer wieder überlegte ich, ob ich nicht einfach aussteigen und nach Hause gehen sollte. Nach 3 Jahren ohne BDSM wurde ich jetzt wieder ins kalte Wasser geworfen und ich war mir nicht sicher, ob ich das Schwimmen nicht verlernt hätte. Mir war schlecht vor Aufregung und trotzdem war mein Kopfkino aktiv. Ich würde das jetzt durchziehen. Natürlich ließ ich mich von einer Freundin covern, gab ihr alle Daten und vereinbahrte Zeiten zu denen ich mich melden würde. Mir war durchaus die Gefahr bewusst, die ich einging, mich nach nur wenigen Treffen mit ihm bei sich zu treffen aber ich wollte endlich wieder schwimmen. Es versuchen.

Er wartet am Bahnhof vor seinem Auto auf mich und ich wurde durch eine schlichte Umarmung begrüßt. Das war in dem Moment schon sehr komisch, war es doch unser erster richtiger Körperkontakt, aber stand doch im Vertrag, dass wir in der Öffentlichkeit uns wie ein „normales“ Paar benehmen. Ich nahm auf dem Rücksitz platz und hob meinen Rock, als er es mir befahl. Der erste Befehl seit langen und es fühlte sich verdammt gut an. Die Nervosität war wie verflogen. Ich weiß nicht warum aber es fühlte sich für mich absolut natürlich an zu gehorchen.

Als wir bei ihm ankamen blieb er im Flur stehen und schaute mich einfach nur an und zog dabei eine Augenbraue nach oben. In mir ratterte es. Irgendwas war da doch. Nur was? Dann fiel es mir siedend heiß ein, dass im Vertrag, den ich unterschrieben habe, steht, dass ich zu Beginn jeder Session fragen muss, ob ich mich jetzt ausziehen darf. Diese Worte gingen mir extrem schwer über die Lippen. Ich fühlte mich gedemütigt und klein aber es verfehlte seine Wirkung nicht. Als ich nackt war sagte er gefühlteStunden nichts. Ging nur immer wieder langsam um mich herum und schaute mich an. Nichts konnte man seiner Mine entnehmen und ich wurde verdammt nervös. Wieder einmal. Irgendwann stand er hinter mir, küsste meine Schulter und berührte mich zum ersten Mal richtig und spätestens in diesem Moment war mir klar, dass es gut werden würde.

Mehr Details erspare ich euch. Nur so viel: Habe ich früher nur den Gürtel und meine breite Holzhaarbürste kennengelernt, sah es bei ihm ganz anders aus. 2 Rohrstöcke, vor denen ich riesigen Respekt hatte, einen Flogger, die Gerte und diverse andere Kleinigkeiten wie Nippelklemmen, lernte ich an diesen Abend kennen. Und obwohl er mich testen wollte, fiel zu keinem Zeitpunkt „rot“. Manchmal war ich kurz davor aber er bemerkte es sofort und gönnte mir eine Pause. Er konnte mich sofort lesen. Nicht nur ich war davon beeindruckt, wie viel ich aushalte nach den Jahren, auch er hatte damit nicht gerechnet. Aber mein Schmerzempfinden ist eh sehr gering und irgendwie kann ich die große Angst vor dem Rohrstock vieler gar nicht verstehen. Die Menge macht es eben aber so schlimm ist es gar nicht. Eher im Gegenteil. 😉

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