Das Studio

Lange hatte ich gedacht, dass so ein Studiobesuch nur etwas für die „Hartcore-SMler“ wäre aber doch nichts für mich. Was sollte man denn da bitte machen, was nicht auch zuhause ging? Außerdem sind die doch bestimmt schmuddelig und düster und einfach kein Ort für mich.

Tja, falsch gedacht. Er überraschte mich mit der Aussage, dass er für 3 Stunden ein Studio gemietet hatte, schickte mir den Link und klärte mit mir die Details. Als ich den Link anklickte, war ich schon sehr abgeschreckt. Die Website verursachte Augenkrebs und es gab auch nur wenige Fotos von dem eigentlichem Studio im Keller. Aber meine Neugier war auch geweckt. Was sollte schon schlimmes passieren? Wenn es mir nicht gefallen sollte, gefällt es mir halt nicht aber ich bin eine Erfahrung reicher.

Als der Tag gekommen war, war ich unendlich nervös und ich weiß nicht mal warum. Vermutlich auch, weil mir bewusst wurde, dass ich mich das erste Mal an einem fremden Ort ausziehen und auch bespielen lassen würde. Er führte mich durch den Raum. Ja, es war dunkel gehalten aber überall standen Kerzen. Ich strich das erste Mal in meinem Leben über das Leder eines Strafbocks und guckte mich einfach weiter um. Manche Sachen waren mir fremd, ich bin halt kein Profi. Andere kannte ich aus diversen Filmchen. Mein erster Kontakt mit dem etwas anderen Mobiliar war das Andreaskreuz und ich merkte sofort, dass diese Stimmung und alles drum herum, mir halfen mich in meine Rolle zu finden. Schon in diesem Moment war ich wohl angefixt. Kleiner Tipp am Rande: Festivalbändchen und eine recht strenge Fesselung sind keine gute Kombination. Auch ein Grund warum sie weichen mussten aber lieber die, als darauf verzichten zu müssen, weil einen sonst das Blut abgedrückt wird. Es war anders, als zuhause. Ich fühlte die Fesseln intensiver und auch meine Umwelt.

Weiter ging es mit dem Gynstuhl. Dort hatte ich große Vorbehalte. Ich sah das Ding und dachte sofort an Klinikspiele, die für mich ein Tabu sind. Hier wurde ich eines besseren belehrt. Man kann damit auch ganz andere Sachen machen und ich hoffe mal nicht, dass sich diese Erfahrungen auf meinen nächsten Frauenarztbesuch auswirken. Das wäre mir dann doch etwas peinlich.

Dann… das spanische Pferd. Wir werden wohl keine Freunde. Niemals. Aber es ist wohl das perfekte Bestrafungsmittel für mich. Durch mein gestörtes Schmerzempfinden halte ich relativ viel aus aber dieser Schmerz war dann doch eine ganz andere Hausnummer und ich stand dabei noch locker auf den Zehenspitzen. Und nein, ich möchte gar nicht herausfinden, wie es anders ist aber auch das war wieder eine neue Erfahrung.

Mein Favorit war der elektrische Flaschenzug. So einfach und doch so effektiv. Es war ein komplett neues Gefühl und bestimmt auch noch sehr ausbaufähig aber es machte, das was danach kam intensiver.

Rückwirkend betrachtet, war meine Scheu vor dem Studiobesuch absolut unbegründet und auch, wenn das Heim vertrauter ist, bietet das Studio einfach so viel mehr Möglichkeiten. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich hier war und vielleicht… nur vielleicht sieht man sich ja irgendwann mal in der Zukunft auf eine dieser Veranstaltungen. Es wird sich zeigen, wohin mein Weg geht.

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