Nachdenkliche Schlampe

Ich habe das Gefühl, dass es gerade bei meiner Generation und die darauf folgenden nur noch 2 Extreme gibt. Entweder man bindet sich möglichst schnell und heiratet, kauft ein Haus, besorgt sich einen Hund und bekomment Kinder oder man vögelt wild herum, sich nicht festlegend wollend, Gefühle ignorierend oder gar nicht mehr empfindet.

Ich wollte früher die erste Variante und bin zum Glück gescheitert und jetzt? Jetzt lebe ich wohl das andere Extrem aus, mich immer wieder dabei ertappend, dass es zwar verdammt schön ist, die Freiheit zu haben aber eben auch etwas fehlt. Ich habe, dass Gefühl als hätte ich verlernt wirklich intensiv zu lieben, wie ich es früher mal tat. Liegt es daran, dass ich kein Teenager mehr bin? Oder daran, dass ich eigentlich keinen nah genug an mich heranlasse? Wir hatten Spaß, gut und schön und jetzt können wir ja weiterziehen- Auf zum nächsten Orgasmus, auf zum nächsten Kick, der zwar in dem Moment wundervoll ist aber gerade nachts doch etwas fehlt. Jemand der länger als bis zum Frühstück bleibt .

Es fühlt sich ein bisschen so an, als würde ich abstumpfen. Mein neues Motto scheinbar: höher. schneller, weiter und dann tschüss und schönes Leben noch. Natürlich habe ich auch Konstanz in meinem Leben. Zum einen meinen Herrn für den BDSM, da brauche ich Sicherheit und jemanden dem ich vertrauen kann, sonst wird das mit dem Fallenlassen können nichts. Und natürlich Freunde und Familie, die ich mit meinem Alltagsscheiß nerven kann. Es fehlt einfach jemande, der all diese Facetten vereint. Mir fehlt meine eierlegende Wollmilchsau und ich weiß, wie schwer sie zu finden ist.

Ich genieße die Aufmerksamkeit der Männer, die ich früher nie hatte, vermutlich mehr als ich sollte und es mir gut tut aber warum sollte ich damit aufhören, wenn es keine Alternative gibt oder gerade jede Menge Alternativen, je nach Sichtweise.

Es ist zu viel und gleichzeitig viel zu wenig. Ich will mehr und doch weniger. Und ich spüre immer wieder wie Engelchen und Teufelchen in mir Kämpfen. Das Engelchen will die Sicherheit, die mir ein (Ehe-)Mann vermeintlich bieten kann, sieht man mal von Fremdgehstatistiken ab. Und der Teufel? Der will jede Menge Spaß und sich austoben und ich bin geneigt dem Teufel den Vortritt zu lassen.

Und ja, das Thema hatten wir schon mal in ähnlicher Form aber mein Kopf spuckt es eben immer wieder aus. Gerade, wenn ich lese, dass sich wieder mal jemand in meinem Alter verlobt und ach so glücklich ist, auch wenn es vermutlich zum Teil nur Fassade ist. Und dann kommen die Zweifel. Ist es richtig nur an sich zu denken? Was ist in 40 Jahren, wenn du dann allein dastehst? Aber willst du dafür all den Spaß aufgeben? Für eine winzige Chance auf ultimatives Glück? Gerade in der heutigen Zeit. wo es immer mehr Beziehungsmodelle gibt und alles etwas freier wird?

Ich bin von mir selbst genervt, dass mir das Thema keine Ruhe lässt und vielleicht liegt es auch an dem Glas Wein, dass ich schon intus habe, dass ich so rührsehlig werde aber irgendwie würde ich mich schon gern mal wieder komplett glücklich fühlen. So alles umfassend und das ohne in Ketten zu liegen oder gefickt zu werden. Einfach so. Aber die Kompensation ist ja doch nicht so übel. Also weitermachen und aufhören alles zu zerdenken und jetzt prost.

Ein Kommentar zu „Nachdenkliche Schlampe

  1. Meinst du nicht, dass viele Menschen beide Seiten haben und mal mehr und mal weniger ausleben. Sowohl das Wilde als auch das Harmonische wechseln sich über die Zeit ab. Ab einem gewissen Alter sind die Paare sich meist nicht mehr selbst genug.

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