Ein Gespräch

Ihr kennt alle die Entwicklung und auch, dass ich vor S. schon eine Spielbeziehung begonnen habe, die mir wahnsinnig gut tut. Dieser Mann weiß einfach was er tut und das erkennt S. neidlos an. Aber dazu später mehr.

Nach der Arbeit ging ich zu S. Noch immer war unausgesprochen, was wir jetzt eigentlich sind, wobei ich kein großer Fan von Definitionen aber irgendwie brauchte „der beste Freund“ jetzt wohl doch eine neue Schublade oder eine zusätzliche. Statt wie gewohnt meinen Schlüssel zu seiner Wohnung zu benutzten, klingelte ich. Irgendwie war mir nicht wohl einfach so seine 4 Wände zu betreten, nachdem was das letzte Mal da geschehen war. Er ließ mich warten. Wieder einmal. So langsam glaube ich, er liebt es mich zappeln zu lassen, genau wissend, dass ich die Ungeduld in Person bin.

Dann wurde endlich die Tür geöffnet, er fasste meine Hand und mit einem Ruck fand ich mich an seiner Brust wieder. Es folgte ein Kuss und ich war mehr als erleichtert, dass der letzte eben nicht der letzte bleiben würde. Dann wieder ein Ruck und er trug mich auf seinen Armen zu der Couch und setzte sich mit mir auf seinen Schoß darauf. Bis dahin war kein Wort gefallen. Irgendwie hatte ich einfach Angst alles kaputt zu machen und das ist nun wirklich das letzte, was ich will.

„Kleines? Ich glaube, wir haben einiges zu besprechen…“, setzte er an und als ich ihn unterbrechen wollte, hielt er mir einfach den Mund zu und es machte mich verrückt. Er hatte mich früher nie so oft Kleines genannt, wohl wissend, dass ich jede Form von Kosenamen verabscheue aber sein Kleines klingt einfach wundervoll in meinen Ohren.

„Ich rede erstmal und du hörst zu, klar? Gut, also das mit dem nur Freunde klappt wohl nicht mehr so wirklich. Da dürften wir uns ziemlich einig sein. Dafür siehst du mich einfach zu oft SO an und ich will dir viel zu oft die Kleider vom Leib reißen und böse, böse Dinge mit dir machen. Unsere Vereinbarung hatte ihren Sinn aber warum kämpfen wir dagegen an? Das ist doch Quatsch. Ich weiß, die Art, wie ich mit meinen Subs umzugehen pflege, liegt dir nicht aber ich verspreche dir, dass ich alte Wunden von dir heilen kann. Vielleicht nicht narbenlos aber es wird besser werden. Du weißt einfach dass du mir blind und hoffentlich bald auch gefesselt vertrauen kannst. Und nein, ich werde dich auch nicht wie ein rohes Ei behandeln aber ich weiß sehr genau, wo ich aufpassen muss und werde es auch. Und selbst, wenn wir irgendwann mal passendere Partner finden, wird uns unsere Freundschaft verbinden und hoffentlich viele, viele Erinnerungen.“

Er hatte in diesen Monolog so ziemlich jede meiner Ängste in Bezug auf ihn ausgelöscht und ich glaube ihm. Aber eine Frage drängte sich dann mir doch auf.

„Und wie soll das Ganze laufen? Ich kann dich nicht mit Herr, Meister oder sonstwas ansprechen. Das geht mir nicht über die Lippen und ich kann auch nicht 24/7, du weißt wie das geendet ist.“

„Ich mache dir einen Vorschlag: In meiner Wohnung bist du meine Hauptsub, du weißt, dass es noch eine andere gibt und die werde ich auch nicht für dich aufgeben. Und falls gleich deine nächste Frage ist, was mit deinem Herr ist, ich hoffe, du hast dein Strafbuch dabei. In deiner Wohnung wiederrum bestimmst du voll und ganz, wer ich für dich bin: dein Partner, dein bester Freund oder eben dein Dom. Das ist deine freie Entscheidung und natürlich bekommst du auch ein Safeword und alles, da brauchst du dir keine Sorgen machen. Aber ICH werde heute nicht mit dir spielen und wenn du mich hier in der Wohnung einfach mit S. ansprichst, reicht das völlig.“

Und wieder eine Menge zu verdauen. Warum betonte er das „ich“ so komisch und warum fragte er nach dem Strafbuch? Das war doch nicht sein Bier. Plötzlich spürte ich einen Schubs und landete unsanft auf meinem Hintern. Mit großen Augen schaute ich jetzt zu S. auf.

„Du weißt doch, meine Subs sitzen auf dem Boden, außer ich sage etwas anderes. Ich denke nicht, dass dich das stört, oder Kleines? “ Er grinste mich fast schon dämonisch an aber nein, es störte mich nicht. Eher ganz im Gegenteil, wenn ich so auf meine körperlichen Reaktionen hörte.

Seinen Vorschlag mit seinem und meinem Reich fand ich gut und ich willigte ein. Und als ich von der Toilette zurückkam, fühlte sich das auf dem Boden setzen schon fast natürlich an. Ich saß mit dem Rücken an der Couch zwischen seinen Beinen und er streichelte mir immer mal wieder sanft durchs Haar, während wir die Nachrichten verfolgten. Dann schaltete er den Fernseher ab und wandte sich mir wieder zu.

„Ich hoffe, du hast ein Rezept im Kopf und in deiner Tasche dein Strafbuch dabei. Wir gehen jetzt einkaufen und dann bekochst du mich und deinen Herren und wehe es schmeckt nicht…“

Ich kann nicht mehr rekonstruieren, was ich in diesem Moment dachte aber ich schätze, es war eine Mischung Panik, Flüchen und ja, auch Erregung. Dass der Abend aber dann so verlaufen würde, hatte ich dann aber doch nicht erwartet…

Ein Kommentar zu „Ein Gespräch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s