Ein Abendessen

„Nach der Arbeit kommst du zu mir. Auf dem Bett liegen Instruktionen. 19 Uhr nehme ich dich dann mit wie du bist, also beeil dich besser.“ Diese Nachricht hatte ich auf dem Handy, als ich mir in meinem Büro gerade den ersten Kaffee des Tage gönnte und plötzlich war der gar nicht mehr nötig. Ich war hellwach.

Was hat S. heute nur mit mir vor? Gerade nach meinen Eskapaden vom Wochenende, von denen ich zwar wusste, dass er sie zwar duldete aber keineswegs guthieß. Und ich kann ihn in diesem Punkt auch wirklich verstehen. Drogen sind nicht lustig und etwas zu nehmen, was man nicht kennt, und auch wenn es von einer vertrauten Person kommt, ist nicht ungefährlich. Aber ich habe diesen Absturz und die Unvernunft an diesem Wochenende gebraucht. Im Alltag bin ich kontrolliert und so wirklich jung war ich auch nie. Immer viel zu vernünftig und dann besäufst du dich eben mit deinem 22jährigen Neffen und seinen Freunden und fühlst dich einfach gut. Aber ja, die 60 Strafpunkte kann ich von den beiden Männern in meinem Leben durchaus nachvollziehen. 20 pro Droge, damit es sich auch einprägt, dass die so gar nicht cool sind.

Ich arbeitete an diesem Tag besonders schnell und effizient. Je früher ich mit dem Papierberg auf meinem Schreibtisch fertig wäre, desto eher könnte ich zu S., um zu sehen was mich erwartet. Ich verfluche meine Neugier manchmal aber es ließ mir einfach keine Ruhe. Doch S. hatte mich durchschaut. Wieder einmal.

„Ich kenne dich. Vermutlich machst du gegen 17 Uhr Feierabend, um genug Zeit zu haben. Nichts da. Vor 18:30 Uhr betrittst du nicht die Wohnung. 30min sind genug Zeit.“,lautete seine neue Nachricht.

Und liebe Männer: 30 Minuten sind nicht genug Zeit, wenn man noch duschen, sich rasieren, schminken und herausputzen muss. Ich bloggte, arbeitete und versuchte mich irgendwie abzulenken. Dann die große Frage: Wenn ich eine Etage tiefer bei meiner Mutter dusche, ist das dann ein Anweisungsbruch? Es wurde doch nicht verboten… Den Gedanken verwarf ich aber schnell. Ich wollte meiner Mutter nicht erklären müssen, warum ich im Handtuch durch das Treppenhaus rannte.

Also schloss ich um Punkt 18:30 Uhr seine Tür auf und rannte schon fast ins Schlafzimmer. Auf dem Bett lag eher wenig Stoff. Ein graues, knielanges Kleid, was sonst in seinem Schrank hing und ein paar Halterlose. Das war’s. Darauf ein Zettel.

„Zieh nur das an und richte dich elegant her. Wir werden gleich schön Essengehen.“

Soweit, so gut. Aber warum so wenig Stoff? Zu diesem Zeitpunkt war mir schon klar, dass nicht nur S., sondern auch mein Herr heute wohl meine Strafe vollziehen würden. Ich sprang unter die Dusche, rasierte mich, zog mich an und machte mich ans Make-Up. Auf den Lippenstift musste ich verzichten, war ich doch einfach zu langsam.

Wir waren bei einem schönen Italiener, der mir bisher völlig unbekannt war. S. war auf dem Weg der reinste Gentleman. Er hielt mir die Tür auf, half mir aus dem Mantel und führte mich zu einer gemütlichen Nische, rund herum Eckbänke. In der Ecke saß bereits mein Herr, was mich in meiner Vermutung nur bestätigte. Er klopfte mit der Hand auf die Bank neben sich, während S. neben mir Platz nahm.

Ich nuschelte: „Guten Abend, mein Herr.“ Ja, der Gedanke an Öffentlichkeit war hin und wieder Gast in meinem Kopfkino aber es hier auszusprechen, fiel mir in diesem Moment schwer. Eigentlich lächerlich, wenn man bedenkt, was er schon alles mit mir gemacht hat.

„Wir werden jetzt eine Kleinigkeit essen und dann gehen wir zu mir. Der Dachbalken wartet schon auf dich, unvernünftige Göre.“, war seine Ansage.

Ich musste schlucken. 60 Strafpunkte, 2 Doms und ein Dachbalken. Gedanklich verabschiedete ich mich davon, morgen sitzen zu können aber ja, ich freute mich schon darauf.

Wir bestellten jeder eine Kleinigkeit und während wir auf das Essen wartete spürte ich auf meinem Oberschenkel eine Hand, die von rechts, von meinem Herren kam. Er streichelte über meinen Oberschenkel und schob damit mein Kleid Zentimeter für Zentimeter nach oben. Mir war bewusst, dass durch die Tischdecke es niemand bemerken konnte, wenn ich mich unauffällig verhielt aber auch S. stieg in dieses Spiel ein. Bis am Ende jemand über meine Klitoris streichelte und mich erforschte und es wirklich verdammt schwierig war, sich nichts anmerken zu lassen. Auch als der Kellner kam machten sie unbeirrt weiter. Und ich schwankte wieder zwischen Fluchtreflex und genießen. Als unser Essen dann endlich vor uns stand, kehrte erst einmal etwas Ruhe ein, soweit es in dieser Situation eben geht. Aber wirklich viel aß ich nicht. Der Hunger auf Essen war verflogen, ich wollte jetzt etwas anderes. Wir erhoben uns nach gefühlten Stunden und machten uns auf den Weg zu meinem Herren.

Die Fortsetzung wird es später geben. Ich habe meine letzte Aufgabe für heute erledigt und falle jetzt ins Bett. Oder besser: ich lege mich ganz, ganz, ganz vorsichtig hinein und hoffe, dass ich heute nicht zu sehr beknuddelt werde, weil jede Bewegung schmerzt.

2 Kommentare zu „Ein Abendessen

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