Ich hatte Besuch…

Manchmal brauche ich Nähe. Ja, auch ich kuschle viel zu gern um darauf zu verzichten. Ich lag gestern in meinem Bett und sehnte mich danach, da die örtlichen Gegebenheiten aber bei mir nicht so wirklich gegeben sind, rief ich S. an, ob er mich holen könne, was er natürlich auch tat. Auf mein „aber nur zum Kuscheln“ erwiederte er nur, dass wir eine Abmachung hatten und in seinem Reich, er bestimmte. Mein freches „Jaja“ darauf, würde ich bestimmt bereuen.

So stand ich vor der Haustür. In seiner Boxershorts, einem Top und meinem Mantel darüber und frierte mir den Arsch ab. Er brauchte länger als erwartet, was mich doch etwas wunderte. Zur Begrüßung machte mein Rücken Bekanntschaft mit der Hauswand und ich bekam fast schon einen brutalen Kuss. Im Auto warf er mir dann eine Decke zu und nannte mich „kleines, unvernünftiges Ding“ und vielleicht bin ich das. Manchmal zerdenke ich eben nicht mehr alles, wie ich es früher viel zu gern tat.

Vor seiner Wohnungstür angekommen, nahm er mir wie üblich das Handy ab. Zeit in seinem Reich bedeutet eben auch, kein Internet. Und das ist völlig okay so. Er schloss auf, nahm mir meinen Mantel ab und hielt mich vom Weitergehen ab. Das allererste Mal spürte ich bei S. so etwas wie Unsicherheit.

„Kleines, ich habe so lange gebraucht, weil ich noch Besuch hatte. Und dem entsprechend sieht es hier noch aus.“

„Aber Lena hätte doch auch hier übernachten können, wo ist das Problem?“

Lena war seine Sub, die er seit 3 Jahren regelmäßig bespielte und ich weiß, dass ich früher vor Eifersucht an die Decke gegangen wäre aber jetzt? Kein Funken Eifersucht. Eher Freude darüber, dass er nicht zu kurz kam, in dieser Zeit, wo ich zwischen Arbeit und Familie keine Zeit für ihn hatte. Und ja, es erstaunt mich wirklich, dass ich so cool dabei bin.

„Besuch übernachtet nicht bei mir. Niemals.“

„Und ich?“

„Du gehörst zum Inventar.“

Innerlich awwwte ich. Ja, wir haben schon eine verdrehte Form von Romantik aber ich bin auch kein Mensch, der Rosen braucht. Es sind die kleinen Dinge und die Schublade, die ich bei ihm habe, finde ich schon sehr romantisch.

Im Wohnzimmer angekommen, lagen noch einige Utensilien herum. Die Gerte, der Rohrstock, ein bisschen Spielzeug. Ich wollte weiter ins Schlafzimmer, war ich doch wirklich müde und wollte eigentlich nur noch schlafen. Er hielt mich mit einem beherzten Griff in meinen Zopf auf, holte eine Schere und zerschnitt, wieder einmal, meine Kleidung. Wenn das so weitergeht mit meinem Herren und S. werde ich wohl bald nackt herumlaufen müssen. Dann zog er mich an den Haaren ins Schlafzimmer und schubste mich auf’s Bett. Eigentlich dachte ich, er wolle Sex. Doch er zog sich aus, legte sich neben mich und zog mich fast schon Schraubstockartig in seine Arme.

„Lerne ich sie eigentlich mal kennen?“

„Bald. Und jetzt macht die Augen zu und Schlaf, Kleines.“

Und das tat ich. Besser als die Nächte zuvor ohne ihn. Sein Reich, seine Regeln aber das Kuscheln in seinem Bett werden wir wohl nie aufgeben. Ich hoffe es jedenfalls nicht.

Was mich doch wundert, war seine Unsicherheit bezüglich seiner Sub, haben wir doch klare Absprachen was das betrifft. Aber die Situation ist für uns alle neu und ich bin froh, dass ich nicht zum eifersüchtigen Biest in dieser Situation mutiert bin.

Ich liebe seine kleinen dominanten Gesten. Das an die Wand gedrückt oder an den Haaren gezogen werde. Es muss nicht immer eine anstrengende Session sein, es sind die kleinen Gesten, die mir zeigen, dass es richtig ist, was wir tun, wo ich mich einfach so zuhause und geborgen fühle, wie selten in meinem Leben zuvor.

 

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