Oh du fröhliche…

Weihnachtsabend… Essen mit der Familie und das mit S.

Man könnte meinen Weihnachten wäre ruhig und besinnlich. Nicht so in meiner Familie. Heute trifft jeder, denn man seit Jahren bewusst gemieden hat, beim Weihnachtsessen bei meiner Mutter ein und was soll ich sagen? S. und ich sind wohl die Hauptattraktion. Ich bereitete mich oben mit S. auf diese Konfrontation von. Ging es bei uns Weihnachten eher leger zu, zog ich mein knielanges rotes Kleid an und investierte viel Zeit in mein Make-Up. Nicht weil ich gefallen wollte, das würde ich so oder so nicht, sondern weil es ein Schutzpanzer für mich ist. Diese Kleidung verleiht mir Selbstsicherheit. Es ist eine Art Maske und die nutze ich nur zu gern.

Auf ging es. Ich hatte den ganzen Tag mit meiner Mutter und Schwester in der Küche gestanden und alles vorbereitet. Das Essen begann damit, dass meine Tante, die ich Jahre nicht gesehen hatte, verkündete, dass jede junge Frau wohl einmal im Leben einen alten Mann hat aber dass ich doch langsam in ein Alter käme, wo ich über Heirat und Kinder nachdenken solle, da mich in 10 Jahren bestimmt keiner mehr wolle.

„Also ich will Sie auch dann noch. Auch wenn ich sie nie vor den Altar führen werde.“, sprang S. für mich ein, da offensichtlich eine Erwiederung erwartet wurde.

„Das ist ja schön und gut, diese ganzen neumodischen Modelle aber DAS“, dabei wedelte sie mit der Hand in unsere Richtung „wird ja wohl kaum langfristig sein.“

Meine Erwiderung, die mir auf der Zunge lag, schluckte ich hinunter. So wie ich es in all den Jahren gelernt hatte. Mein Leben war das Hauptgesprächsthema am Tisch. Jeder meinte mir seine Meinung aufdrücken zu müssen, wie dumm ich doch mit 18 war, kurz vor den Abi alle Zelte abzubrechen und in einer fremden Stadt neu zu beginnen.

Mir rang das nur ein müdes Lächeln ab. Ich weiß, dass diese Entscheidung goldrichtig war und ich sonst nicht die wäre, die ich heute bin. Vor dem Hauptgang ging es an die Bescherung. Die lästige Verwandtschaft bekam je nach Grundvoraussetzung eine Schachtel Pralinen oder eine Flasche Wein. Die anderen erhielten natürlich etwas wohl Ausgewähltes.

Dann übergab S. mir ein Kästchen, wie ich es noch nie in der Hand hielt. Ich bin keine Schmuckträgerin aber als ich es öffnete, war es Liebe auf den ersten Blick. Ein kleines Kettchen mit kleinem Herz. Er flüsterte mir ins Ohr, dass ich die „Seine“ wäre und es nur ablegen durfte, wenn es seinem Halsband, was ich bis zu dem Zeitpunkt noch nie trug, Platz machen musste. Natürlich blieb sein Geschenk nicht unbemerkt und so kam von meinem Bruder natürlich, was in dieser Familie kommen musste.

„Da hast du dir ja einen schönen Sugardaddy geangelt.“

Mein Bruder, ein rotes Tuch aus vielen Gründen, provozierte mich und das war mir durchaus bewusst aber ich merkte, wie meine Maske fiel und meine Abneigung zum Vorschein kam.

„Wie bitte? Was möchtest du mir eigentlich unterstellen? Wo ist Ehefrau Nummer… wie viel? 8?! Und bevor wieder mit dem Altersunterschied angefangen wird, meine ich mich zu erinnern, dass eine deiner Frauen auch in meinem Alter war.“ Zur Erklärung: Ich bin ein Nachzügler und uns trennen fast 20 Jahre.

Er hatte schon genug gebechert und so entstannt ein eher unschöner Wortwechsel. Erwähnte ich, dass ich Weihnachten nicht mag? Aus genau diesem Grund. Jedes Fest eskalierte. Er hatte mich unendlich wütend gemacht und so entschied ich, dass es besser war zu gehen. Ich teilte dies der Runde mit, S. war gerade auf der Toilette, und ging.

Weit kam ich nicht. Ich hatte gerade die Wohnung von S. betreten, da wurde ich schon gegen die Wand gedrückt. Die Hand von S. fest um meinem Hals. Und meine Wut verrauchte. Ich wurde wieder ich, je weniger Luft ich bekam. Es folgte ein harte Ohrfeige.

„Geht es wieder?“, fragte er, während er an eine seiner Kisten, in denen allerlei schöner Dinge lagerten, ging. Ich ging ihm ein paar Schritte entgegen, um zu sehen, was er da machte und bejahte seine Frage. In mir tobte es zwar noch aber die Bombe war entschärft.

„Du hast mich einfach stehen lassen, Kleines. Das war nicht nett.“, und ich erkannte ein mir wohl bekanntes Funkeln in seinen Augen und wusste, dass ich an diesem Abend genau das bekommen sollte, was ich verdiente und brauchte. Er hielt einen Ballknebel in der Hand. Etwas, was noch nie bei uns zum Einsatz kam aber wenn die versammelte Verwandtschaft eine Etage tiefer sitzt, sollte man den Geräuschpegel wohl etwas dämmen.

Er legte ihn mir an und half mir erst dann aus meinem Kleid. Nachdem er den Reißverschluss geöffnet hatte, nahm er auch die Kette wieder ab und was soll ich sagen? Ich trug sie doch erst wenige Minuten und doch fehlte sie mir schon. Er reichte mir eine schwarze Schachtel, welche ich öffnete. Darin war ein Halsband. Nein, mein Halsband. War es sonst in der Ausführung ganz klassisch, so waren die Anfangsbuchstaben unsere Vornamen ins Leder gebrannt. Einzigartig, unverwechselbar und wunderschön.

Als er es mir umlegte, war mir bewusst, dass dies ein besonderer Moment war und auch, dass es heute wohl deutlich härter zugehen würde. Kein Herantasten mehr, keine unnötige Gnade. Er schubste mich über die Couch, so dass mein Arsch in die Höhe ragte und vermutlich hat er sich durch jedes Schlaginstrument, welches er sein eigen nannte, gearbeitet. Genau definieren kann ich es nicht, da er mir vorher noch die Augen verbunden hatte. Und dann flossen endlich die erlösenden Tränen. Ein Knoten, der platzte. Pure Emotion. Danach musste ich mich umdrehen, so dass ich jetzt auf meinem Rücken lag und er fickte mich. Hart, intensiv. Benutzen trifft es wohl besser. Es ging nur um sein Vergnügen hatte er mir doch vorher schon so viel gegeben und ich genoss jede Sekunde davon. Der Knebel war an diesem Abend eine mehr als gute Idee gewesen.

Jetzt könnte man sagen, dass es unverantwortlich ist, mit jemanden so emotional Aufgewühlten, zu spielen und wenn man sich nicht kennt, mag das so sein. Aber S. wusste genau was und wie ich es brauche, damit dieses Weihnachtsfest noch eine angenehme Erinnerung hinterlässt.Er bändigt mich, ohne mich zu zähmen und hilft mir, einen klaren Kopf zu bekommen.  Nachdem ich wieder im hier und jetzt war, es war schon spät, schlich ich in Mutters Wohnung und besorgte uns 2 Portionen des köstlichen Tiramisus, welches ich am Mittag zubereitet hatte und schlief schließlich in den Armen von S. ein.

Und heute? Ja, das Weihnachtsfest hat seine Spuren hinterlassen. Mehr als ich sie je hatte. Jedenfalls ist sitzen heute eher unmöglich und so liege ich auf der Couch von S., meine wunderschöne Kette um den Hals, als Zeichen, dass ich „seins“ bin und muss sagen, es war mit Abstand das schönste Weihnachtsfest, dass ich je hatte. Auch wenn es laut, „brutal“ und eher weniger besinnlich war… Aber ich kann jetzt 2 Schmuckstücke mit Bedeutung mein Eigen nennen und hey, es war das erste Mal, dass ich Schmuck geschenkt bekam. Ist das dieses Erwachsensein?

Ich hoffe, euer Fest im Kreise der Familie ist etwas anders verlaufen.

 

Ein Kommentar zu „Oh du fröhliche…

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