So nicht.

Wer heute Kink erwartet, der darf gleich wegklicken. Heute und hier wird es an Beziehungen gehen und wie sie unser Umfeld beeinflussen. Es folgt: ein kleiner Seelenstriptease.

Jeder oder zumindest viele träumen davon: die perfekte Kindheit. Mama und Papa, die sich lieben und das einem vermitteln können, was eine gesunde Beziehung ausmacht. Die wenigsten haben es wohl wirklich erlebt. Mein Erzeuger führte zum Beispiel jahrelang ein Doppelleben mit 2 Familien. Mein Halbbruder ist 3 Jahre älter als ich, als ich dann plötzlich entstanden war, war es nicht er, der sagte, jep, ich bin ein Arsch und habe Scheiße gebaut. Nein, er hat behauptet, meine Mutter wäre ihm fremdgegangen und ich nicht von ihm. Ein kleines Dorf auf dem Land, ihr könnt euch das Ergebnis vorstellen. Papa gab es für mich nicht.

Und dann war da plötzlich jemand da, der wollte, dass ich ihn so nenne. Ich war glaube ich 5 und meine Mutter strahlte plötzlich wieder. Ich als Kind konnte natürlich nicht hinter die Fassade schauen. Sah nur das Gute. Ich weiß, da waren mal große Gefühle aber was soll ich sagen, seit 10 Jahren + ist es nur noch blose Coexistenz. Er hält sich an seinem Bier fest, während sie arbeitet. Getrennte Betten seid ich mich erinnern kann. Und das soll Liebe sein? Eine Beziehung, was doch so erstrebenswert ist? Ich kenne die Faktoren, warum sie sich nicht trennt und zumindest zu einem kleinen Teil kann ich es nachvollziehen. Die Angst wieder im Dorf zerrissen zu werden, vor dem Alleinsein und der Ächtung. Es ist bequem nebeneinander herzuleben und so lange er sein Bier hat, ist er pflegeleicht.

Bei meiner Schwester ist es ähnlich. Eine Ehe nach der anderen, die sie nicht glücklich machen aber es muss doch irgendwo Mr. Wright geben. Und mein Bruder hat mittlerweile eine Fußballmannschaft inklusive Ersatzspieler an Kindern mit x verschiedenen Frauen. Fragt mich nicht nach den Namen, weder von den Kindern, noch den Frauen. Die ersten Kinder haben auch schon wieder Nachwuchs und ich habe längst den Überblick verloren. Insgesamt hätte RTL wohl einen wahren Inspirationsquell in meiner Familie.

Und ich? Ja, ich habe auch schon in die Scheiße gegriffen. Tief. Schmerzhaft tief. Und troztdem hofft das kleien Mädchen in mir, dass ich mit dem Bären meinen Deckel gefunden habe. Ich hoffe auf mein Happy End, wo ich strickend mit ihm auf der Gartenbank sitze, unsere Enkel um uns herumtoben und er Pokemon Go spielt. Und ich möchte an diesen Gedanken festhalten, mich von meiner Familienhistorie nicht beeinflussen lassen und trotzdem habe ich manchmal Angst, dass meinem Genpool dieses Glück einfach nicht vergönnt sein soll. Warum sollte ich es auch als einzige hinbekommen, wirklich glücklich zu werden? Was unterscheidet mich schon von den anderen?

Diese Gedanken wegzuschieben ist nicht leicht aber ich tue alles dafür, dass mein Happy End wahr wird. Was ich aber gelernt habe, bei all dem Drama? Dass Beziehungen verdammt kompliziert sind, dass ein Happy End wie ein Lottogewinn ist und es Arbeit ist. Diese Wegwerfmentalität ist nicht meins und ich arbeite an einer gemeinsamen Zukunft, so hart ich kann. Ich versuche daran zu glauben, dass nicht jede Beziehung ein Ablaufdatum hat und es fühlt sich auch nicht so an. Dieses Mal nicht. Aber der Zweifel bleibt.

Jede Beziehung beeinflusst unser Umfeld. Manchmal mehr als wir glauben. Wenn ich bedenke, wie die meisten liefen, die ich mitbekam, möchte ich am liebsten schreiend weglaufen und mich vor der Menschheit verstecken aber das ist keine Option. Ich kämpfe, ich liebe und ich werde mein fucking Happy End mit dem Bären bekommen. Irgendjemand muss ja in dieser Familie den Lottogewinn machen. Und dieser jemand werde ich sein. So. Aus. Basta. Scheiß auf Gene und Erfahrungen. Ich brauche keinen Prinzen, mir reicht es völlig, wenn ich die Gartenbank bekomme.

2 Kommentare zu „So nicht.

  1. Ja so kann das Leben und die Familienschichte aussehen . Und doch kann es auch anders sein. Bin jetzt 30 Jahre verheiratet. Ein Sohn, studiert kath. THEOLOGIE auf Priesteramt. Ich will nicht behaupten, das bei uns stets eitler Sonnenschein herrscht. Aber ohne meine Frau könnte ich nicht leben, sie aber auch nicht. Nun ich hoffe, das du den Richtigen findest oder gefunden hast und endlich drin Lrben, dein Glück beginnt.

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