Ein perfektes Wochenende.

Am 19.1. war es endlich so weit. Alles begann mit einem Kuss. Wobei, das ist nicht ganz richtig. Es begann eigentlich damit, dass wir uns seit Jahren auf Twitter folgten, ohne großen Kontakt. Es folgte eine DM, die erste Nachricht bei WhatsApp, die erste Sprachnachricht von vielen und jeder Menge Kopfkino. Irgendwie hatte es dieser Mann still und leise geschafft, sich in meinen Kopf und vor allem in mein Herz zu schleichen. Er war es, von dem ich meinen ersten handgeschriebenen Brief von einem Mann bekam. Ich halte mich nicht für romantisch und der Inhalt des Briefes war es auch nur zu kleinen Teilen und trotzdem kann ich mittlerweile den Text fast auswendig. Er war die Einladung zu diesem Wochenende. Einem Wochenende, das mir die Worte, den Atem und vor allem mein Herz raubten.

Und so kam es, dass ich um 5 Uhr morgens im Badezimmer stand, überlegte, was ich nur tragen sollte und so nervös wie lange nicht mehr war. Innerlich meckerte ich mich an, dass es doch naiv und dumm wäre. Und doch saß ich kurz darauf in einem Fernbus, in ein Bundesland, was ich sonst wohl eher gemieden hätte. Die Fahrt war alles andere als schön, war ich doch einfach zu nervös, um irgendetwas zu tun. Versuche ein Buch zu lesen scheiterten, als ich feststellte, dass ich bereits zum 20. Mal den gleichen Satz las, ohne den Inhalt zu erfassen und auch Musik konnte mich nicht ablenken. Als ich in der Stadt angekommen war, löste ich ein Ticket und stieg in die nächste Bahn… zu ihm. Meine Planlosigkeit schlug voll zu und so kam es, dass ich dem Schaffner meine Krankenkassenkarte zeigte, statt des Tickets. Er interpretierte es natürlich fehl und begann mich als Schwarzfahrer aufzuschreiben, bis ich endlich meinen Fehler bemerkte aber meine Gedanken waren einfach nicht fokussiert. Hatte er doch angekündigt, mich zu küssen, wenn ich aus der Bahn stieg. Was, wenn der Zauber des Internets verpuffte und wir uns nicht mochten? Was, wenn ich nicht attraktiv genug war? Was, wenn er nicht da wäre? Als schließlich die Haltestelle aufgerufen wurde, zitterte ich gefühlt am ganzen Körper. Ob es wirklich so war, wird euch J. besser sagen können.

Und dann kam er auf mich zu und es war einfach perfekt. Der erste Kuss und mein Gott, hat dieser Mann zarte Lippen. Für einen Augenblick blieb für mich die Zeit stehen. Die Zweifel waren verschwunden. Und so fuhren wir zu ihm. Er zeigte mir seine Wohnung und wir beendeten den Rundgang in der Küche, wo ich zu spüren bekommen sollte, wie sich so ein Kühlschrank im Rücken anfühlte. Und wieder küsste er mich, presste sich an mich. Irgendetwas fiel vom Kühlschrank herab und wir brachen in Gelächter aus. Kurz darauf wieder seine Lippen auf meinen. Ich glaube, in diesem Moment habe ich vergessen wie man atmet. Seine Finger stahlen sich unter meinen Pulli und die kleinste Berührung verursachte eine Gänsehaut am ganzen Körper. Ein erster  sanfter Biss in den Hals, als mein BH nach oben geschoben wurde und er zum ersten Mal meine Brüste berührte. Und dann… klingelte es an der Tür.

Er hatte noch 2 Twitter-Menschen eingeladen, auf die wir beide uns sehr freuten aber im ersten Moment verfluchte ich die Türklingel doch sehr. Er öffnete die Tür, während ich mich in der Küche wieder einigermaßen richtete. Ob mir das gelang, können wohl nur die anderen beurteilen. Und so stellten wir uns einander vor, ist die Realität doch etwas Anderes, als das Internet und doch, würde ich behaupten, verstanden wir uns von Anfang an gut. Es wurde geredet, gelacht, lecker gegessen und weiter geredet bis in die Nacht. Berührte J. mich am Anfang eher „zufällig“ oder wenn die anderen Gäste außer Sichtweite waren, änderte sich das im Laufe des Abends recht schnell. Seine Hand auf meinem Bein, ganz züchtig und brav, ein kurzes Streichen über die Schultern, wenn er vorbeiging. Irgendwann stellte sich die Müdigkeit ein und so bezogen die zwei ihr Nachtlager auf der Couch, während ich J. in sein Reich, sein Schlafzimmer, folgte.

Dass ich in seinem Bett schlafen würde, stand schon vor unserem ersten Kuss fest. Er hatte es bestimmt und duldete in der Hinsicht auch keinen Widerspruch und ich wäre eine Närrin gewesen, hätte ich etwas dagegen gehabt. Und so stand ich da. Mitten in seinem Schlafzimmer und fühlte wie meine Schüchternheit langsam hochstieg. Er küsste mich. Erst sanft, dann immer wilder. Und auch meine innere Göre meldete sich wieder einmal zu Wort und wollte mitreden. Und so biss ich ihn immer mal wieder in die Unterlippe, um zu provozieren. Es war mir nicht mal bewusst, dass ich es tat und doch bereue ich nicht einen blauen Fleck, nicht einen Kratzer, den er von mir bekommen hat. Seine Bisse wanderten tiefer zu meinem Nacken und was soll ich sagen, diese Körperstelle, ist definitiv mein Kryptonit. Es folgten Umarmungen, die mir die Luft nahmen und ich verlor meinen Pullover und den BH fast zeitgleich. Seine Bisse verlagerten sich zu meinen Brüsten und auch er verlor sein Oberteil. Endlich mehr Haut spüren. Die Wärme, den Duft… Irgendwie bugsierte er mich vor den Spiegel am Schrank und auch meine Lederhose samt Unterwäsche fiel. Und während ich uns so betrachtete, schoß mir der Gedanke durch den Kopf, dass wir doch ein ganzes hübsches Paar wären und aus irgendeinem Grund erschrak ich nicht mehr bei dem Gedanken. Gut, dass könnte auch daran liegen, dass seine Hand in diesem Moment das erste Mal auf meinen Arsch traf und ich von der Intensität überrascht war. Seine Hand wanderte in meine Scham und in mir kam der Gedanke auf, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war, ihn mehrere Tage zuvor immer wieder damit zu provozieren, dass ich oft kommen kann und er mich nicht zum Betteln bringen würde. Er hat es an diesem Wochenende tatsächlich geschafft. An viel Schlaf war natürlich nicht zu denken und doch schliefen wir irgendwann, viel zu spät, ich bereits überreizt, küssend und kuschelnd ein. Und ich schlief wirklich in seinen Armen. Ich betone das so, weil ich normalerweise diese Nähe nicht ertrage und wenn der Mann endlich schlummert von ihm abrücke aber ich fühlte mich so sicher und geborgen und ich schlief so gut, wie lange nicht mehr. In meinen Gedanken hallten seine Worte nach. „An diesem Wochenende bist du mein.“ Und hoffte bereits da, dass es nicht bei diesem Wochenende bleiben würde.

Am Morgen wurde ich mit Kaffee versorgt und war ihm dafür mehr als dankbar. Seine Dusche wurde eingeweiht und für Weltklasse befunden. Im Laufe des frühen Nachmittags stieß ein weiterer Internetmensch und guter Freund von J. zu uns. Natürlich genau passend, als der Kuchen aus dem Ofen kam, welcher zuvor so lecker roch, dass ich mich vor den Ofen setze. Wir aßen den Kuchen, der eigentlich als Dessert gedacht war und unterhielten uns wieder über Gott und die Welt. Irgendwann fand ich mich in der Küche wieder und half ihm dabei für den Abend das Menü vorzubereiten und auch dort harmonierten wir wieder perfekt. Ich schnippelte, er briet an, wir redeten, lachten und küssten uns, während die anderen Gäste im Nachbarraum sich unterhielten. Später gab es dann die zwei weiteren Gänge, die so lecker waren, dass ich am liebsten darin gebadet hätte.

Der neue Gast hatte allerlei Bastelutensilien dabei und so kam es, dass wir uns ins Wohnzimmer begaben. Die Subs, wie es sich gehört, ob geplant oder nicht, auf dem Boden. J. hinter mir im Schaukelstuhl, während der Bastler seinen Platz im Bürostuhl mir gegenüber bezog. Durfte ich bereits am Morgen Bekanntschaft mit seiner gebastelten Stacheldrahtlederpeitsche machen, die wohl kaum so extrem wie echter Stacheldraht ist aber dennoch lange und intensiv zieht, obwohl sie eher wenig Spuren hinterlässt, bastelte er nun an einem weiteren Folterinstrument, welches für J.s Arsenal bestimmt war. Und so kamen von hinter mir immer wieder ein paar Vorschläge zur Farbgestaltung und Ähnlichem, während er mir die Schulter massierte, mich biss oder küsste und mich damit in den Wahnsinn trieb. Die Peitsche wurde aus Paracord gefertigt, welches ich eher bei der Verwendung als Armband und Schlüsselanhänger kannte, und als Schwunggewicht wurden die vorderen Enden verknotet. Ich muss gestehen, habe ich dieses Spielzeug doch eher belächelt, wurde ich später im Schlafzimmer eines besseren belehrt. Sie zieht höllisch und hinterlässt wunderschöne Spuren auf der Haut.

Weiter ging es mit der Konstruktion einer Gerte, wobei man es wohl auch als Schlagstock titulieren könnte… J. entschied sich für eine 5mm dicke Federstahlmitte und rings herum Paracord. Und so saß mir der Bastler gegenüber und grinste mich immer mal wieder sadistisch an, während er je weiter er kam, immer mal wieder das Instrument an seinem Bein testete und mich dabei genau im Blick behielt. Ich wurde immer hibbeliger und konnte irgendwie den Anblick kaum ertragen aber wegschauen konnte ich auch nicht. Die Berührungen von J. machten es nicht besser. Eher im Gegenteil. Die anderen Gäste bastelten in der Zwischenzeit ihre eigenen Exemplare und es wurde wieder über viel geredet – aber über was? Ich habe keine Ahnung. War ich doch zu sehr auf dieses Folterinstrument fixiert. Ich weiß noch, dass ein paar Mal vor allem bei den Herren gelacht wurde, wegen meines Blicks. Und auch an diesem Abend wurde es spät. Die Gerte wurde fertig gebastelt und übergeben und es wurde sich schließlich zurückgezogen und was soll ich sagen? Ich bin wirklich, wirklich, wirklich froh, dass ich mit diesem Ding keine Bekanntschaft gemacht habe. Ja, ich bin masochistisch veranlagt aber das? Das wäre zu viel gewesen.

Aber trotzdem kam mein Masochismus nicht zu kurz. Er folterte mich mit meiner Lust. Immer und immer wieder brachte er mich zum Kommen. Ich weiß nicht wie oft – aber dachte ich bereits am Morgen, ich wäre überreizt, so war das erst der Anfang. Und ich kam und kam und kam. Unzählige Male. Immer und immer und immer wieder. Er spielte mit meiner Lust und brachte mich zum Beben und Zittern. Hatte ich es immer in diversen Filmen für absolut übertrieben gehalten, wenn die Frau ihren Körper nicht mehr unter Kontrolle hatte und nur noch zuckte und zitterte, spürte ich es nun am eigenen Leib. Und es gefiel mir. Scheinbar nicht nur mir, denn er machte immer weiter.

Irgendwann war es erstmals genug mit den Orgasmen – verrückt, ich weiß. Und er wechselte zu den Peitschen über. Jeweils fünf Schläge mit der einen und dann fünf mit der anderen. Zuerst meine Brüste, dann mein Arsch und schließlich eine weitere Premiere für mich: der obere Rücken und das ist wirklich eine andere Liga. Verständlich, ist er doch nicht so gut gepolstert. Er schlug mich, bis bei mir die Tränen flossen und es tat so unglaublich gut. Er sagte mir, dass die letzten Schläge ihn Überwindung gekostet hätten und das sie sein Geschenk für mich wären. Er nahm mich einfach in den Arm, hielt mich fest und sagte, dass er für mich da ist. In diesem Moment war mir bewusst, dass er meine Schutzmauern zu Schutt und Asche verwandelt hatten und es war ein wunderschönes Gefühl, sich so geborgen, sicher und ja, geliebt zu fühlen.

Der Sonntag begann für uns erst gegen Mittag. Und ich muss sagen, sein Bett ist einfach magisch. Es zu verlassen war wirklich, wirklich, wirklich schwer und doch musste es sein. Eigentlich sollte ich es ja vorerst das letzte Mal verlassen, da mein Bus am späten Abend fuhr. Die Stimmung war wieder ausgelassen. Ich bekam mein Menschlichkeitsserum namens Kaffee und so kam es, dass wir wieder über alles und nichts sprachen. Im Stillen fragte ich mich ja, ob die anderen Gäste wohl in der Nacht meine Schreie gehört hatten… Wobei ich war mir eigentlich sicher, dass dem so war. Zu sehr zog die Peitsche, zu intensiv war das alles. Am Nachmittag verabschiedeten sich die anderen Gäste und so landeten wir wieder mal im Bett. Und dort machte ich auch das erste mal mit dem Satisfyer Bekanntschaft, welchen er mir schenkte. Hielt ich ihn anfangs für ein völlig überbewertetes Spielzeug mit einer schlauen Marketingstrategie, wurde ich schnell eines besseren belehrt. Falls ihr noch keinen zuhause habt, legt euch einen zu. Er ist grandios! Und nicht nur für die Klitoris ist er gut, er fühlt sich auch an Nippeln sehr gut an. An diesem Tag leckte er mich auch das erste Mal und erschütterte mein Weltbild. Bei den Typen, die ich vorher hatte, war es eher ein unerotisches Geschlabber, was mich eher dazu animierte gedanklich den Einkaufszettel durchzugehen, war es bei ihm völlig anders. Und ich kam wieder. Dieser Mann kann wirklich mit seiner Zunge umgehen. Ich würde ja sagen, probiert es aus aber…

Nach weiteren zahllosen Orgasmen, mehr für mich als für ihn, wobei er wirklich, wirklich, wirklich fantastisch schmeckt, ganz ohne Ananassaft und andere Tricksereien, fragte er mich, was denn wäre, wenn ich den Bus „verpassen“ würde. Ich hatte so auf diese Frage gehofft und so buchte ich schnell um für den nächsten Morgen, telefonierte kurz mit meiner Mutter, die sich für den nächsten Tag eigentlich zum Mittagessen angemeldet hatte und informierte sie, dass Wetterchaos sei und ich vernünftigerweise eine weitere Nacht auf seiner Couch nächtigen würde. Tja, da hat der Wettergott wohl zu gut zugehört. Und auch diese Nacht, sie war sehr kurz, da wir sie neben-, mit- und ineinander verbracht haben, schlief ich wohlbehütet und geliebt in seinen Armen ein.

Am nächsten Morgen standen wir früh auf, ich packte meine Sachen, sprang unter die Dusche und bekam wieder mal meinen Kaffee. Kurz darauf saßen wir in seinem Auto auf dem Weg zum Bahnhof. Meine Stimmung war mies. Ich wollte nicht weg. Auf gar keinen Fall. Es hatte geschneit und die Straßen waren zum Teil eher mies geräumt. Das Autoradio verkündete, dass auf meiner Busstrecke sich bereits jetzt mehrere Stunden Stau gebildet hatten und auch der Weg zum Bahnhof wäre knapp geworden und so entschloss J., dass sich mein Aufenthalt um einen weiteren Tag verlängern würde. Innerlich notierte ich mir, dass ich dem Wettergott etwas schuldig bin und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Also zurück zu ihm, den Koffer wieder ins Schlafzimmer gebracht und wieder ab ins Bett. Wir schliefen tatsächlich noch ein paar Stunden und natürlich schliefen wir nicht nur im Bett aber das war euch sicherlich schon klar. Abends lernte ich dank ihm den weltbesten Döner kennen, wir spielten eine Runde Pokémon und danach saßen wir einfach kuschelnd auf der Couch, während wir ein Livekonzert einer mir bisher unbekannten Band schauten, die mich aber begeisterte. Und natürlich gingen wir recht früh ins Bett. Waren die Spuren auf meiner Haut doch leicht unsymmetrisch, so dass dies noch geändert werden musste. Doch vorher spielte er wieder mal mit meiner Lust. Ich weiß nicht, wie oft ich in diesen 4 Tagen kam aber ich schätze, wir sind definitiv schon im dreistelligen Bereich. Es hatte seine Gründe, warum mir das Sitzen die nächsten Tage schwer fiel und die Schläge hatten daran nur eine sehr geringe Mitschuld. Und doch bereitete er mir, zu meiner großen Freude, an diesem Abend Schmerzen. Ich bekam im Wechsel fünf Schläge mit der Paracord-, dann mit der Stacheldrahtlederpeitsche. Besonders der Rücken war wieder sehr heftig, obwohl ich weiß, dass ich eigentlich viel mehr aushalten kann aber in Kombination mit Gefühlen ist wohl das Schmerzempfinden ein Anderes. Und so kam es, dass ich mich nach einem besonders heftigen Schlag auf den Rücken drehte, weil ich in diesem kurzen Moment nicht mehr konnte aber nicht bereit war unser Safeword zu nutzen. Er forderte mich zweimal auf mich wieder umzudrehen. Sein Blick, seine Stimme, seine Ausstrahlung. Alles in mir schrie, ihm zu gehorchen und da war sie wieder. Die Göre, die provozieren wollte und so änderte er kurzerhand die Schlagintervalle auf Zehn Schläge. Zehn Schläge, die er jeweils durchzog und ich danach bestimmen konnte, ob er weitermachen sollte oder nicht. Natürlich hätte ich jederzeit mein Safeword gebrauchen können aber ich wollte und musste nicht. Und auch an diesem Abend flossen die Tränen. Heftiger als beim letzten Mal. Die letzten Dämme brachen, das letzte bisschen Scheu verschwand, als er mich aufforderte ihn anzusehen und es mich keine Überwindung kostete dem Nachzukommen, obwohl ich wohl eher nicht wirklich hübsch war in diesem Moment. Eine weitere Nacht voller Liebe, Zuneigung und Nähe verbrachte ich in seinen Armen und so nahte das Ende dieses perfekten „Wochenendes“ viel zu früh. Ich überwand mich am Morgen, ihn eigentlich eine viel zu kindische Frage zu stellen, ob ich vielleicht einen getragenes Shirt von ihm mitnehmen könne und meine innere Göre musste unbedingt auch noch nach einem Hoodie fragen. Und ich bekam Beides und strahlte wie ein grenzdebiler Teenager.

Das Spiel vom Vortag wiederholte sich: Koffer packen, fertig machen, Kaffee und ab ins Auto zum Bahnhof. Nur passierte es dieses Mal wirklich. Am Bahnhof weinte ich wieder, obwohl ich mich verfluchte, wollte ich es doch nicht noch schwerer für uns machen aber ich konnte nicht anders. Der vorerst letzte Kuss war wieder einmal perfekt und tat doch unendlich weh. Das Datum des nächsten Treffen ungewiss, zwei Herzen, die sich perfekt verstanden und gefühlt unendliche Kilometer, die uns trennen würden. Ich stieg in die Bahn und hatte bei jeder Haltestelle das Bedürfnis auszusteigen, irgendwie zu ihm zu finden und mich in seine Arme zu werfen aber die Vernunft ist noch vorhanden, jedenfalls ein winziges Fünkchen davon und so bekam ich vom Busfahrer schließlich eine Süßigkeit, um mich aufzumuntern. Scheinbar muss ich wirklich grauenhaft ausgesehen haben aber so fühlte ich mich auch. Es fühlte sich nicht richtig an, in diesem Bus zu sitzen und doch musste es sein. Die Fahrt war lang und das Sitzen fiel mir schwer aber es zauberte immer mal wieder ein Lächeln ins Gesicht, wenn ich mich daran erinnerte, wie es dazu gekommen war, wie sich seine Lippen auf meinen angefühlt hatten, wie warm und weich seine Haut war und was sein erstes „Ich liebe dich“ in mir ausgelöst hatten. Und so laufe ich noch immer die meiste Zeit strahlend vor Glück durch den allzu grauen Alltag. Er hat das geschafft, an das ich selbst nicht mehr geglaubt habe: Ich dachte, diese Art von Gefühlen würden mir durch meine Schutzmauern, die ich aus gutem Grund errichtet hatte, verwehrt bleiben. Und doch fühle ich so viel, so intensiv. Einfach Liebe. Es ist fantastisch. Besser als jeder Trip je sein könnte und auch um einiges gesünder. Ich bin gespannt, was die Zukunft uns bringt und wie es mit uns weitergeht. Aber bei Einem bin ich mir sicher: Ich habe mich noch nie so beschützt, wohl und geliebt gefühlt und dafür lasse ich nur zu gern meine Schutzmauern sprengen.

Er tut mir einfach unglaublich gut, bringt mich zum Lächeln und verleiht mir Stärke. In letzter Zeit, war viel los. Und ich glaube, wäre er nicht an meiner Seite, würde ich wohl gerade kaum lächeln. Er ist für mich pures Glück, dass ich nur zu gern festhalten werde. Jedes „Kleines“ löst einen Gefühlssturm in mir aus inklusive Dauer-Grinsen. Und auch wenn ich jeden einzelnen Kilometer verfluche, so bin ich doch unendlich dankbar für diesen Mann. Wir werden es schaffen, da habe ich keine Zweifel.